Den Unternehmen in Deutschland fällt es offenbar wieder etwas leichter, Ausbildungsplätze zu besetzen – aber noch immer bleiben viele Stellen offen. In einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags DIHK gaben 68 Prozent der Betriebe an, im vergangenen Jahr all ihre Ausbildungsplätze besetzt zu haben. 32 Prozent der Firmen gelang das nicht. An der Umfrage hatten sich rund 12.500 Unternehmen beteiligt. 

Im Vorjahr hatten noch 34 Prozent der Betriebe angegeben, nicht alle Ausbildungsplätze besetzen zu können – und während diese Quote leicht sank, nahm die absolute Zahl der Ausbildungsverträge trotz rückläufiger Schülerzahlen zu. Für das laufende Jahr erwartet der DIHK, dass die Zahl der Verträge stabil bleibt. Dessen stellvertretender Hauptgeschäftsführer Achim Dercks sieht den "Abwärtstrend bei den Ausbildungsverträgen vorerst gestoppt, trotz der demografischen Entwicklung und der Studienneigung vieler junger Menschen". Insgesamt gebe es derzeit 1,3 Millionen Auszubildende. 

Geflüchtete lernen auf dem Bau, in Gastro und Verkehr

Allerdings fällt es vielen Unternehmen weiterhin schwer, Kandidaten für die duale Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule zu finden. Fast jedes zehnte Unternehmen hat laut Umfrage 2018 gar keine Azubibewerbung bekommen – das sind fast fünfmal so viel wie noch im Jahr 2012. Die Schwierigkeit, Ausbildungsplätze zu besetzen, variiert dabei je nach Branche. Besonders der Immobiliensektor und die Medien sind dem DIHK zufolge beliebte Ausbildungsstätten. Das Gastgewerbe und die Verkehrsbranche sind besonders unbeliebt.

Der DIHK beobachtet in der Gastronomie aber Verbesserungen, ebenso wie in der boomenden Baubranche. Dort stieg die Zahl der Ausbildungsverträge um fünf Prozent. Das liegt auch an der Integration von Geflüchteten, die überproportional häufig in der Gastronomie, im Bau- und im Verkehrsgewerbe unterkommen. 16 Prozent der ausbildenden Betriebe haben der Umfrage zufolge Schutzsuchende aus anderen Ländern aufgenommen. 2018 waren es erst 14 Prozent, 2017 sieben Prozent. "Hochgerechnet bedeutet dies, dass momentan rund 25.000 Geflüchtete in einer Ausbildung in einem IHK-Betrieb sind", sagte Dercks. Rechne man das Handwerk dazu, seien es rund 44.000.