US-Präsident Donald Trump hat als Reaktion auf neue chinesische Zölle Gegenmaßnahmen angekündigt. Die US-Regierung wird sämtliche Strafzölle auf Importe aus China um jeweils fünf Prozentpunkte anheben, schrieb Trump auf Twitter. Zölle von bisher 25 Prozent auf Warenimporte im Wert von 250 Milliarden Dollar sollen ab Oktober auf 30 Prozent angehoben werden. Zudem will Trump auch die Zölle für weitere Waren im Wert von 300 Milliarden Dollar erhöhen, die ab dem 1. September gelten sollen. Diese sollen bei 15 Prozent liegen – statt zehn Prozent, wie  es bisher geplant war.

Die chinesische Handelspolitik sei eine große Belastung für den amerikanischen Steuerzahler geworden, schrieb Trump. "Als Präsident kann ich dies nicht länger erlauben", begründete der Republikaner den Schritt. Damit dürften sich die Chancen auf eine gütliche Einigung in dem Konflikt verringern.

Die Regierung in Peking hatte zuvor neue Zölle auf US-Waren angekündigt. Trump reagierte darauf mit einer Reihe verärgerter Tweets: "Wir brauchen China nicht und, ehrlich gesagt, ginge es uns ohne sie besser", schrieb er. Die USA würden von China nur beraubt. US-Firmen sei "hiermit befohlen, sich sofort um Alternativen zu China zu bemühen" und Produkte wieder zu Hause in den USA herzustellen, teilte Trump mit. Die Regierung kann Unternehmen ihre Standortwahl erschweren, jedoch nicht diktieren, wie von Trump nahegelegt. Auch sonst hat die US-Regierung keine Befehlsgewalt über amerikanische Firmen. Die Wortmeldung des Präsidenten sorgte allgemein für Irritationen. Experten wandten ein, ihnen sei nicht klar, wie der Präsident Unternehmen Geschäfte mit China untersagen wolle.

Die chinesischen Strafzölle waren eine Reaktion auf die von Trump für September angekündigten zusätzlichen Importgebühren auf chinesische Produkte. Damit werden künftig fast alle chinesischen Importe in die USA mit zusätzlichen Zöllen belegt sein.

Der Handelskonflikt der beiden größten Volkswirtschaften dürfte am Wochenende auch die Staats- und Regierungschef der G7 in Biarritz beschäftigen. China ist bei dem Gipfel führender westlicher Industriestaaten nicht eingeladen. Der Handelskonflikt zieht die globale Wirtschaft nach unten und betrifft alle Nationen, vor allem exportorientierte wie Deutschland.