US-Präsident Donald Trump und Japans Regierungschef Shinzo Abe haben sich am Rande des G7-Gipfels im französischen Biarritz auf ein bilaterales Freihandelsabkommen verständigt. Es handele sich um ein "sehr großes Vorhaben", das "Milliarden um Milliarden Dollar" beinhalte, sagte Trump nach einem Gespräch mit Abe. Der japanische Ministerpräsident bestätigte, dass beide Länder nach "intensiven" Verhandlungen "erfolgreich einen Konsens erreicht" hätten. Mit der Vereinbarung wollen die größte Wirtschaftsnation USA und Japan, die drittgrößte Volkswirtschaft, ihre Märkte jeweils für die Waren des anderen weiter öffnen.

Der US-Präsident sagte, das Abkommen "umfasst Landwirtschaft, es umfasst E-Kommerz. Es umfasst viele Dinge. Wir haben uns grundsätzlich geeinigt". Beide wollen das Abkommen offiziell während der UN-Generalversammlung im September in New York unterzeichnen. Abe sagte jedoch, es müsse noch an Formulierungen gearbeitet werden.

Beide Seiten verhandeln bereits seit Monaten über ein Freihandelsabkommen. Vor dem Gespräch mit Abe hatte Trump mitgeteilt, die USA seien "sehr nahe an einem großen Deal mit Japan". Trump hatte in der jüngsten Vergangenheit regelmäßig Defizite der USA mit ihren Handelspartnern beklagt. Mehrfach forderte er unter anderem einen "faireren" Handel mit Tokio.

Die USA wollen mit dem bilateralen Handelsabkommen erreichen, dass ihr großes Handelsdefizit mit Japan sinkt. Hierzu sucht Washington einen breiteren Marktzugang für amerikanisches Rindfleisch, Schweinefleisch, Weizen und Milchprodukte. Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer sagte, einige Zölle auf japanische Industrieprodukte würden im Zuge des Abkommens aufgehoben, nicht jedoch die auf Autos. Japanischen Medien zufolge wird Tokio Zölle auf US-Landwirtschaftsprodukte erheben, die denen im transpazifischen Freihandelsabkommen TPP entsprechen. Die Zölle auf Rind- und Schweinefleisch aus den USA liegen derzeit über diesem Wert.

Trump hatte als eine seiner ersten Amtshandlungen nach seinem Amtsantritt im Januar 2017 das TPP-Abkommen aufgekündigt. Die elf verbliebenen Mitglieder, darunter Japan, verhandelten neu über das Abkommen und unterzeichneten Anfang März eine reduzierte Variante mit dem Namen CPTPP.