Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland setzen trotz historisch niedriger Zinsen überwiegend auf traditionelle Geldanlagen. Dies geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar TNS für den Bundesverband deutscher Banken hervor, für den 1.021 Bürgerinnen und Bürger befragt wurden. Demnach spielen – ungeachtet der Klimadebatte – auch nachhaltige Geldanlagen, etwa in umweltfreundliche Aktien oder Fonds, bisher eine eher untergeordnete Rolle. 

Wie schon seit Jahrzehnten dominieren bei Geldanlagen in Deutschland nach wie vor das Sparbuch, die Lebensversicherung und der Bausparvertrag: 41 Prozent der befragten Anlegerinnen und Anleger nutzen das Sparbuch, 33 Prozent setzen auf die Lebensversicherung sowie 30 Prozent auf den Bausparvertrag. Es folgen Immobilien (25 Prozent) und Tagesgeldanlagen (23 Prozent). 

"Sicherheit" vor "Verfügbarkeit" und "Rendite"

Gut ein Drittel der Sparerinnen und Sparer legt monatlich bis zu 100 Euro zurück, ein Fünftel bis zu 200 Euro, ein knappes Fünftel spart bis zu 500 Euro – vor allem für Notfälle, größere Anschaffungen und die Altersvorsorge. Nur ein knappes Viertel der Anleger (23 Prozent), so das Ergebnis der Befragung, besitze Aktien, Aktienfonds oder andere Wertpapiere.  

In allen Altersgruppen ist demnach "Sicherheit" das wichtigste Kriterium bei der Geldanlage. Es folgten – mit Ausnahme bei den unter 30-Jährigen – "Verfügbarkeit" und "Rendite". "Nachhaltigkeit" werde noch eher selten genannt. Die Bereitschaft, bei der Geldanlage ein höheres Risiko einzugehen und so Renditechancen zu erhöhen, sei "sehr gering ausgeprägt": Mehr als acht von zehn Befragten (82 Prozent) lehnten diesen Gedanken ab.

Dies ist wohl auch der Grund, warum die traditionellen Sparformen weiterhin so beliebt sind – obwohl sie kaum noch Erträge abwerfen. Unter dem Strich verlieren Sparer bei steigender Inflation sogar Geld. Immer mehr Banken und Sparkassen verlangen inzwischen – meist nur von ihren vermögenden Privatkunden – auch Geld fürs Verwahren von Guthaben.