Bisher hatte der Handelsstreit zwischen den USA und China vor allem zu Sorge bei der deutschen Wirtschaft geführt. Jetzt überrascht das Münchner ifo-Institut mit einer Studie, wonach Deutschland von einem weiteren amerikanisch-chinesischen Zollkrieg profitieren könnte.

 "Die EU-Staaten könnten bei zusätzlichen US-Zöllen auf China-Importe mehr in die USA exportieren", erklärte die Wirtschaftsforscherin Marina Steininger.

Zwar schädigen die von US-Präsident Donald Trump angedrohten zusätzlichen Zölle auf US-Importe aus China die chinesische Wirtschaft – weil China aber Gegenzölle erhebt, dürfte sich der US-Vorteil in einen Nachteil verkehren. Zugleich würden auch Chinas Verluste etwas sinken.

Die Ökonomin hat dazu verschiedene Berechnungen durchgeführt. Diese zeigen: Sollten die USA zehn Prozent Zoll auf weitere Importe im Wert von 300 Milliarden Dollar erheben, könnte Deutschland 94 Millionen Euro mehr einnehmen, die EU insgesamt 1,5 Milliarden Euro.

Je höher die Zölle, desto mehr profitieren Deutschland und die EU

Würde China im Gegenzug seine Zölle auf US-Importe um zehn Prozent erhöhen, würden Deutschland und die EU noch stärker profitieren. In diesem Fall würden die Mehreinnahmen für Deutschland der ifo-Studie zufolge dann auf 323 Millionen, die der EU auf 1,7 Milliarden Euro steigen.

Dagegen würde ein solcher Zollkrieg die USA 1,5 Milliarden, China sogar 21,6 Milliarden Euro kosten, so die Studie. Zudem hätte der Konflikt auch "schädliche Nebenwirkungen für alle, weil er das Vertrauen von Investoren und Konsumenten weltweit bei ohnehin fragiler globaler Konjunktur weiter schwächt", sagte ifo-Präsident Clemens Fuest.

Die Untersuchung ist aber nicht eins zu eins auf die Wirklichkeit zu übertragen, denn bei den Berechnungen wurden weder die Abwertung des Yuan noch die negativen Effekte wachsender Unsicherheit für die Investoren einbezogen.