In den Achtzigerjahren war Serra Pelada nördlich von Rio de Janeiro die größte Freiluftmine der Welt: 50.000 Menschen gruben, hackten, gierten hier nach Gold. Der Fotograf Sebastião Salgado begleitete sie damals einen Monat lang. In seinen Fotos ästhetisierte er das Grauen in der Mine und gab zugleich den Menschen, die in der Mine unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen schufteten, ein Gesicht.

Diejenigen, die hier in Brasilien nach Gold suchten, hatten nichts mehr zu verlieren. Salgados Bilder zeigen einen Lebenstraum, den Wunsch nach Reichtum, und sind gleichzeitig ein Zeugnis dessen, wie weit Menschen bereit sind zu gehen, um sich zu bereichern. Den Fotografen machten die Bilder von Gold und Gier berühmt – und trugen auch dazu bei, dass die Mine wegen ihrer unmenschlichen Arbeitsbedingungen geschlossen wurde.

Am 20.Oktober wird Sebastião Salgado den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten. Seine Sozialdokumentation "GOLD" erschien im Juni 2019 in einer Neuausgabe mit bisher unveröffentlichten Fotos.