Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erwartet für die Weltwirtschaft das schwächste Wachstum seit der Finanzkrise vor einem Jahrzehnt. Das globale Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr nur noch um 2,9 und 2020 um 3,0 Prozent zulegen, heißt es in dem Ausblick. Im Mai war die OECD von 3,2 und 3,4 Prozent ausgegangen.

Grund für das schwächere Wachstum seien Handelskonflikte und politische Spannungen. Allein die von den USA und China gegenseitig verhängten Zölle dürften das weltweite Wachstum im kommenden Jahr um 0,3 bis 0,4 Prozentpunkte verringern, hieß es. Die Regierungen sollten mit höheren Investitionen dem Abschwung entgegenwirken, rät die OECD.

Besonders skeptisch blickt die OECD auf Deutschland. Hier wurde die Prognose für das laufende Jahr um 0,2 Punkte auf 0,5 Prozent reduziert. Noch stärker wurden die Erwartungen für 2020 gesenkt: Es wird nur noch eine Zunahme beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 0,6 Prozent erwartet. Im Mai war man noch von 1,2 Prozent ausgegangen. Deutschland wird als exportorientierte Volkswirtschaft besonders stark durch die Handelskonflikte belastet.

Die weltgrößte Volkswirtschaft USA wächst laut OECD 2019 nur noch um 2,4 (bisher 2,8) und im Präsidentschaftswahljahr 2020 um 2,0 (2,3) Prozent. US-Präsident Donald Trump hatte ein Ziel von mindestens drei Prozent ausgegeben, das er demnach klar verfehlen würde.