Die Inflation in Deutschland hat sich im August deutlich abgeschwächt. Wie das Statistische Bundesamt endgültig errechnet hat, verteuerten sich Waren und Dienstleistungen um durchschnittlich 1,4 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit ihre Ende August veröffentlichten vorläufigen Zahlen zur Preisentwicklung. Im Juli hatte die Teuerungsrate noch bei 1,7 Prozent gelegen.

Ein wichtiger Grund für den Rückgang waren niedrigere Ölpreise. Zwar zahlten Verbraucher im August für Fernwärme (plus 4,7 Prozent), Erdgas (plus 4,6 Prozent) und Strom (plus 3,8 Prozent) mehr als vor Jahresfrist. Dagegen sanken die Preise sowohl für Heizöl (minus 5,2 Prozent) als auch für Kraftstoffe (minus 3,3 Prozent) gegenüber August 2018 deutlich.

Billigeres Benzin, teures Gemüse

Die Nahrungsmittelpreise legten hingegen mit 2,7 Prozent überdurchschnittlich stark zu – und zwar den fünften Monat in Folge. Erheblich teurer war Gemüse, für das im Schnitt 12,8 Prozent mehr verlangt wurde. Fleisch und Fleischwaren kosteten 4,3 Prozent mehr, bei Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchten lag das Plus bei 4,0 Prozent. Dienstleistungen verteuerten sich im vergangenen Monat um 1,6 Prozent.

Mit einer Inflationsrate von derzeit 1,4 Prozent liegt der Preisauftrieb in Deutschland noch deutlicher unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB), die mittelfristig für die Eurozone knapp 2 Prozent als Idealwert für die Wirtschaft anstrebt. Laut den Notenbankern könnten dauerhaft niedrige oder auf breiter Front sinkende Preise Unternehmen und Verbraucher dazu verleiten, Investitionen aufzuschieben.

Die Sorgen vor einer dadurch schleppenden Konjunktur treiben auch die EZB derzeit um. Sie stellte bereits die Weichen für erneute Lockerungsschritte. Die Währungshüter verständigten sich darauf, eine Vielzahl von geldpolitischen Maßnahmen auszuloten, darunter Zinssenkungen und erneute Anleihenkäufe. Nach ihrer Sitzung an diesem Nachmittag könnte EZB-Chef Mario Draghi die Entscheidung der Notenbanker verkünden.