Investitionen gegen den Klimawandel sind einer Studie zufolge nicht nur geboten, sondern auch lukrativ. Zu diesem Schluss kommt ein Papier der Globalen Kommission für Anpassung, die unter anderem von dem ehemaligen UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, Weltbank-Chefin Kristalina Georgieva, Milliardär Bill Gates und Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) unterstützt wird.

Man schätze, "dass Investitionen von 1,9 Billionen Dollar in die klimatische Widerstandsfähigkeit bis 2030 einen Nettogewinn von sieben Billionen generieren werden", sagte Ban. Ziel der Studie sei es, die Wirtschaft vor Verlusten durch den Klimawandel zu schützen und gleichzeitig ökonomische Chancen aufzuzeigen. Dazu gehören beispielsweise verbesserte Frühwarnsysteme für häufiger auftretende Naturkatastrophen, dürreresistente Nutzpflanzen oder besserer Hochwasserschutz.

Die wirtschaftliche Anpassung an die Klimakrise rette letztlich Menschen, sagte Ban Ki Moon. "Der Klimawandel könnte mehr als 100 Millionen Menschen in Entwicklungsländern unter die Armutsgrenze drücken", warnte er. Auch besteht dem Bericht zufolge die Gefahr von Wasserknappheit, deutlichen Einbußen in der Landwirtschaft und der Umsiedlung von Hunderten Millionen Menschen an der Küste wegen des steigenden Meeresspiegels. Allein Letzteres könne bis 2050 zu Kosten von mehr als einer Billion Dollar führen, heißt es in dem Papier.

Die Autorinnen und Autoren der Studie kritisieren zugleich, dass die Anpassung bislang kaum im großen Stil erfolge. Die Wirtschaft sei größtenteils ungenügend auf die neuen Rahmenbedingungen vorbereitet. Und das, obwohl die Klimakrise schon längst vor unserer Haustür angekommen sei: "Waldbrände verwüsten empfindliche Lebensräume, aus den Hähnen in Städten kommt kein Wasser mehr, Dürren vertrocknen das Land und Überschwemmungen zerstören die Häuser und Lebensgrundlagen der Menschen."

An der Globalen Kommission für Anpassung sind 20 Länder, darunter Deutschland, beteiligt. Sie soll das Bewusstsein für die Folgen des Klimawandels und mögliche Schutzmaßnahmen stärken. Ihr Bericht wurde knapp zwei Wochen vor dem UN-Klimagipfel in New York veröffentlicht, zu dem UN-Generalsekretär António Guterres eingeladen hat.