© Christian Grund für DIE ZEIT

Wie ein Komet sei er durch die deutsche Gesellschaft geschossen, kann man über Axel Weber lesen. Er stammt aus der Pfälzer Provinz, leitete von 2004 bis 2011 die deutsche Bundesbank und ist heute Verwaltungsratspräsident der größten Schweizer Bank UBS.

Axel Weber ist krisenerprobt. Als die deutsche Wirtschaft 2008 bedrohlich schwankte, war die Bundesbank unter anderem an Rettungsaktionen für die Hypo Real Estate, die Sachsen LB und die WestLB beteiligt. Bei der Bewältigung der Klimakrise sieht Weber nun seine Branche in der Pflicht: "Ich glaube, die Banken haben eine Verpflichtung, nachdem sie Teil des Problems waren in der letzten Krise, bei dieser vermeidbaren Krise, Teil der Lösung zu werden." Banken müssten nun das tun, worin sie am besten sind, nämlich "Finanzmittel dorthin leiten, wo sie am effizientesten eingesetzt werden".

Mit ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo redet Weber außerdem über die Bankenregulierung nach der Finanzkrise, über Populismus und den Brexit. Weber sieht in Volksentscheiden, wie sie in der Schweiz üblich sind, ein gutes Mittel gegen populistische Kampagnen: Dort werde nach einem längeren Prozess und einem "Wettstreit der Ideen und der Argumente" schließlich "in Kenntnis vieler Fakten entschieden". Beim Brexit-Referendum habe es all das nicht gegeben.

Auf die Frage, ob es einen Bruch oder eine Niederlage in Axel Webers Karriere gegeben habe, antwortete der Ökonom, dass er als Junge Fußballprofi werden wollte, es mit seinem Jugendteam aber nur bis zur Westfalenmeisterschaft geschafft habe.

Das Gespräch wurde im September im Zürcher Kaufleuten aufgenommen und ist in einer gekürzten Fassung auch in der ZEIT erschienen.