Zum Abschluss der Nobelpreisbekanntgaben wurden die Preisträger der Kategorie Wirtschaft verkündet. Die Jury gab ihre Entscheidung um 11.45 Uhr bekannt. Zuvor wurden die Preisträger und die Preisträgerin informiert. Warum das Komitee Abhijit Banerjee, Esther Duflo und Michael Kremer ehrt, können Sie oben im Video sehen.

Kritiker wenden häufig ein, der Preis werde quasi am "Katzentisch" und nachgelagert nach allen anderen Kategorien verliehen, er sei daher kein vollwertiger Nobelpreis. Tatsächlich war Ökonomie im Testament von Alfred Nobel nicht vorgesehen, obgleich Nobel selbst Unternehmer war. Erst seit Ende der Sechzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts wird der Preis auch für Wirtschaftswissenschaften verliehen.

Gestiftet wurde er von der schwedischen Zentralbank. Die Preishöhe entspricht mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 830.000 Euro) der aller anderen Nobelpreise. Auch die Verleihung findet ebenfalls an Nobels Todestag statt, dem 10. Dezember.

Im vergangenen Jahr hatten die beiden US-Ökonomen William Nordhaus und Paul Romer die Ehrung erhalten. Sie hatten über Klimawandel und technische Innovationen geforscht. 

Bis 2019 wurde nur eine Frau mit dem Wirtschaftsnobelpreis geehrt

Seit der ersten Verleihung des Wirtschaftspreises im Jahr 1969 wurden bei bislang 50 Vergaben insgesamt 80 Preisträger und nur eine Preisträgerin geehrt. Als bislang einzige Frau erhielt die US-Professorin Elinor Ostrom 2009 die Ehrung. Ostrom lehrte an der Indiana University und erhielt den Preis gemeinsam mit dem Institutionenökonom Oliver E. Williamson. Ostrom hatte sich damit beschäftigt, wie gemeinschaftliches Eigentum von Nutzerorganisationen erfolgreich verwaltet werden kann. Williamson hatte sich intensiv mit Transaktionskosten beschäftigt.

Bisher gab es außerdem nur einen Deutschen, der den Wirtschaftsnobelpreis erhalten hat: Der Bonner Spieltheoretiker Reinhard Selten bekam die Ehrung im Jahr 1994.

In der Vergangenheit waren vermehrt mehrere Ökonomen gemeinsam ausgezeichnet worden. Für 2019 hält der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Marcel Fratzscher die US-Ökonomen Maurice Obstfeld und Kenneth Rogoff für herausragend und nannte diese als mögliche Kandidaten. Beide beschäftigen sich mit der Bedeutung von Globalisierung und Multilateralismus in einer zunehmend vernetzten Welt.