Konjunktur - Wirtschaftsinstitute raten zu Investitionen Die Bundesregierung solle nicht länger an der schwarzen Null festhalten. Anlass zum Aktionismus bestehe aber nicht. © Foto: Bernd Wüstneck/​dpa

Die fünf führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für dieses und das kommende Jahr deutlich nach unten korrigiert. Für 2019 gehen sie nur noch von 0,5 Prozent aus, wie die Wirtschaftsexpertinnen und -experten mitteilten. Im Herbst vergangenen Jahres war zunächst noch mit einem Wachstum von 1,8 Prozent gerechnet worden. Bereits zu Jahresbeginn wurde diese Erwartung auf ein Prozent gesenkt, im Frühjahr dann abermals auf nur noch 0,8 Prozent.

Auch für 2020 gehen die Ökonominnen und Ökonomen von einem moderaten Wachstum von 1,1 Prozent aus. "Die deutsche Industrie befindet sich in einer Rezession, die inzwischen auch auf die unternehmensnahen Dienstleister durchschlägt", teilte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mit. Dass die Wirtschaft noch expandiere, liege vor allem an der "anhaltenden Kauflaune" der privaten Haushalte. Gründe für die schwache Entwicklung seien vor allem die nachlassende weltweite Nachfrage nach Investitionsgütern und politische Unsicherheit wie etwa durch den Handelsstreit zwischen den USA und China und den Brexit.

Zugleich kritisierten die Ökonomen die Bundesregierung für ihre Finanzpolitik. "Ein Festhalten an der schwarzen Null wäre (...) schädlich", schreiben die Institute in ihrem Herbstgutachten. Um die Konjunktur zu stabilisieren, müsse der öffentliche Haushalt "atmen". Dafür sei die Schuldenbremse eingeführt worden, die Kredite in einem gedeckelten Umfang zulässt.

Konjunkturprogramme wie Abwrackprämien halten die Institute dagegen nicht für nötig. Es bestehe derzeit "kein Anlass für konjunkturpolitischen Aktionismus". Eine Konjunkturkrise mit einer ausgeprägten Unterauslastung der Wirtschaft sei trotz im Sommer rückläufiger Wirtschaftsleistung nicht zu erwarten.

An dem Gutachten beteiligt sind das Berliner DIW, das Münchener Ifo-Institut, das IWH in Halle, das RWI in Essen und das IfW in Kiel.