Nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) trifft der Handelskonflikt zwischen den USA und China die deutsche Wirtschaft bereits erheblich. Für Firmen entstehe ein "beispielloser finanzieller und bürokratischer Aufwand, der das globale Geschäft für deutsche Unternehmen immer schwieriger" mache, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der Welt. Denn deutsche Firmen würden sich derzeit in Rekordhöhe sogenannte Ursprungszeugnisse für ihre Waren besorgen. Damit könnten Unternehmen belegen, dass die von ihnen von Deutschland in die USA gelieferten Waren "ihren Ursprung hierzulande oder in einem anderen Drittland haben – und nicht etwa in China". Laut DIHK stieg die Zahl dieser "Geburtsurkunden" 2018 auf 1,43 Millionen, schreibt die Welt.

Diese Ursprungszeugnisse sollen laut Schweitzer "wie eine Art Anti-Zoll-Pille wirken und vor potenziellen Strafzöllen schützen können". Ausgestellt werden die Zeugnisse unter anderem von den Industrie- und Handelskammern. Der Trend des vergangenen Jahres hält nach DIHK-Angaben auch 2019 an.

Der Handelsstreit verderbe den deutschen Unternehmen das Exportgeschäft. "Im laufenden Jahr werden wir kaum noch über die Nulllinie beim Exportwachstum kommen, sodass wir gegenüber dem ohnehin schon schwachen Vorjahr für mehr als 30 Milliarden Euro weniger Exportwachstum haben", sagte Schweitzer.

Der Handelskonflikt führt in beiden Ländern zu einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und wirkt sich auch auf die Weltkonjunktur aus. Viele Analysten warnen, der Konflikt könnte die US-Wirtschaft in eine Rezession bringen. Auslöser des Handelskonflikts war Donald Trumps Ärger darüber, dass China weit mehr in die USA exportiert als umgekehrt. Der Präsident fordert deshalb den Abbau von Marktbarrieren, kritisiert die Verletzung von Urheberrechten durch chinesische Unternehmen und den zwangsweisen Technologietransfer bei in China tätigen US-Unternehmen sowie staatliche Subventionen.

Bereits seit über einem Jahr überziehen sich die beiden Länder gegenseitig mit Importzöllen in Milliardenhöhe. Zuletzt wurden die Zölle am Sonntag erhöht. Trump fordert auch strukturelle Veränderungen in China und Mechanismen, um die Einhaltung eines Abkommens zu garantieren. Der Führung in Peking geht das aber zu weit. Auch Trumps Unberechenbarkeit verärgert die chinesische Regierung.