Gewerkschaft und Arbeitgeber in der Gebäudereinigung haben sich auf einen Tarifabschluss in der größten deutschen Handwerkssparte mit etwa 650.000 Beschäftigten geeinigt. Nach zuvor sechs ergebnislosen Verhandlungsrunden seien die Gespräche in der Nacht zum Freitag erfolgreich beendet worden, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft IG BAU. Demnach konnten die Arbeitnehmervertreter unter anderem höhere Lohnzuschläge und mehr Urlaubstage durchsetzen, mussten dafür aber eine Übergangslösung bei der Weihnachtsgeldregelung hinnehmen.

Der Tarifkonflikt zwischen der IG Bauen-Agrar-Umwelt und dem Bundesinnungsverband des Handwerks hatte sich über viele Monate gezogen. Die Gewerkschaft begleitete die Verhandlungsrunden zuletzt auch mit Warnstreiks an verschiedenen Standorten.

Nach einem mehr als 13-stündigen Gespräch zwischen den Tarifparteien folgte nun der Durchbruch. Gebäudereiniger, Glas- und Industriereiniger sollen künftig unter anderem eine bessere Überstundenvergütung sowie höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht wie auch an Sonn- und Feiertagen erhalten. Außerdem soll es ab 2021 für alle Beschäftigten einen einheitlichen Urlaub von 30 Tagen auf Vollzeitbasis geben – egal, wie lange die Beschäftigten schon in der Branche tätig sind.

Festgeschrieben wurde laut der Gewerkschaft auch ein Weihnachtsbonus: Alle Beschäftigten sollen in diesem und im kommenden Jahr Heiligabend oder wahlweise den Silvestertag als bezahlten Arbeitstag freibekommen – und wer arbeitet, bekommt für diesen Tag einen 150-prozentigen Lohnzuschlag.

"Zum Schluss haben alle unsere Mitarbeiter mehr Geld in der Tasche über die Zuschlagsregelungen und den Weihnachtsbonus", sagte IG-BAU-Chef Robert Feiger. "Wir hätten gern sofort eine feste und dauerhafte Weihnachtsgeldregelung ab 2019 gehabt, da haben wir jetzt eine Übergangsregelung", sagte er. Bei den Verhandlungen über den Lohntarifvertrag im kommenden Jahr werde auch das Thema Weihnachtsgeld wieder auf den Tisch kommen, sagte Feiger. Die Arbeitgeberseite hat den Lohntarifvertrag zum 31. Juli 2020 gekündigt.