Der Luftfahrtverband Airlines for America (A4A) hat mitgeteilt, dass die geplante deutsche Klimaabgabe auf Flugtickets aus Sicht mehrerer US-Fluggesellschaften gegen internationale Verträge verstößt. Das berichtete die Welt unter Berufung auf einen Brief des Verbands an die EU-Kommission. Darin kritisiere A4A-Direktor Nicholas Calio den Plan der Bundesregierung, die Senkung der Mehrwertsteuer auf Bahntickets durch eine Erhöhung der Ticketsteuer auf Flugreisen zu finanzieren.

"Die Quersubventionierung der Bahn auf Kosten der Airlines verletzt das U.S.-EU Air Transport Agreement", teilte Calio mit. Demnach sollten Verbraucherabgaben auf Flugtickets nur zur Kostendeckung des Luftverkehrs selbst dienen. Auch das Chicagoer Abkommen für internationale Zivilluftfahrt wird nach Calios Auffassung verletzt. Eine Steuererhöhung sei darum problematisch und untergrabe einen Beschluss der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO, nach dem das globale Ausgleichssystem Corsia das einzige Klimaschutzinstrument der Branche sein solle.

"Die Belastung des internationalen Luftverkehrs auf diese Weise ist für die Emissionsminderung unnötig und kontraproduktiv", schrieb Calio laut Welt. Die Fluggesellschaften verlören Einnahmen, die für die Entwicklung klimafreundlicher Flugzeuge und Kraftstoffe gebraucht würden, weshalb eine höhere Flugticketsteuer "unterm Strich der Umwelt eher schaden" würde. In der A4A sind unter anderem die Gesellschaften American Airlines und United Airlines zusammengeschlossen.

Laut den Klimaschutzmaßnahmen der Bundesregierungen sollen die Steueraufschläge für Flugtickets zum April 2020 steigen, um das klimaschädliche Fliegen weniger attraktiv zu machen. Die Luftverkehrsteuer für Flüge im Inland und in EU-Staaten soll um 5,65 Euro auf 13,03 Euro pro Ticket und für längere Flüge bis 6.000 Kilometer um 9,96 Euro auf 33,01 Euro erhöht werden. Bei noch weiteren Flügen sollen laut des Entwurfs 59,43 Euro fällig werden, fast 18 Euro mehr als bislang. Fluggesellschaften schlagen diese Steuer zumindest teilweise auf die Preise auf.