Die Welthandelsorganisation (WTO) rechnet im laufenden Jahr mit einem deutlich schwächeren internationalen Warenverkehr. Der Handel dürfte nur noch um 1,2 Prozent zulegen, teilte die WTO mit. Bisher hatte sie noch mit 2,6 Prozent Wachstum gerechnet. Damit senkte die Organisation ihre Prognose um mehr als die Hälfte.

Die WTO begründete die Korrektur mit Zollkonflikten, die die globale Konjunktur verunsicherten. Neben dem Handelsstreit zwischen den USA und China mit US-Zöllen auf fast alle Importe aus China drohen zusätzlich Abgaben in Milliardenhöhe auf EU-Produkte. 

In Genf wird in diesen Tagen mit der Entscheidung gerechnet, in welcher Höhe die USA Zölle wegen illegaler Subventionen für Airbus verhängen dürfen. Die USA hatten Maßnahmen im Umfang von mehr als zehn Milliarden Dollar beantragt. Streitschlichter der WTO hatten im Mai 2018 verbindlich festgestellt, dass Airbus trotz mehrerer WTO-Urteile weiterhin illegale Subventionen erhalten hatte.

Auch für 2020 werde das Plus mit 2,7 Prozent geringer ausfallen als zuletzt mit 3,0 Prozent veranschlagt, wie die WTO weiter mitteilte. Ein ungeordneter EU-Austritt Großbritanniens könnte deutliche Auswirkungen haben, die sich allerdings weitgehend auf Europa beschränken dürften.