Die USA und China haben sich nach Angaben von US-Präsident Donald Trump im Handelsstreit teilweise geeinigt. Beide Seiten hätten sich auf ein Teilabkommen verständigt, das unter anderem die Themen geistiges Eigentum, Währungsfragen und Finanzdienstleistungen umfasse, sagte Trump nach einem Treffen mit dem chinesischen Vizeministerpräsident Liu He. China habe zudem zugesagt, Agrargüter im Wert von 40 bis 50 Milliarden Dollar zu kaufen.

In der jüngsten Verhandlungsrunde sei eine "sehr substanzielle" Vereinbarung getroffen worden, so Trump. "Das wird großartig für beide Länder", sagte der US-Präsident. Sobald das Abkommen in der ersten Phase unterzeichnet sei, würden die Verhandlungen über eine zweite Phase fortgesetzt. Dann solle auch über den chinesischen Telekomausrüster Huawei gesprochen werden, sagte Trump. Das Unternehmen steht auf einer schwarzen Liste der USA und gilt als einer der größten Streitpunkte in dem Handelskonflikt.

Nach Angaben von US-Finanzminister Steven Mnuchin verzichten die USA zudem auf die ursprünglich für kommenden Dienstag geplante Erhöhung der Strafzölle auf chinesische Waren im Wert von 250 Milliarden Dollar von 25 auf 30 Prozent. Wie es mit den für Dezember geplanten Zöllen weitergehen wird, ist nach Anhaben des US-Handelsbeauftragten Robert Lighthize allerdings noch unklar.

Überraschende Einigung

Unterhändler der USA und Chinas hatten am Donnerstag und Freitag über eine Beilegung des Konflikts beraten. Die Verkündung eines Teil-Deals kommt jedoch überraschend: Trump hatte wiederholt mitgeteilt, seine Priorität sei ein umfassendes Handelsabkommen. Zur Idee eines partiellen Deals sagte Trump noch am Montag im Weißen Haus: "Ich denke, das ist überhaupt nicht das, was wir bevorzugen. Er tendiere dazu, "einen großen Deal zu bekommen". Trump hatte zudem wiederholt betont, aus seiner Sicht habe China größeres Interesse an einem Abkommen als die USA. "Sie wollen einen Deal machen, aber will ich das?", twitterte er am Donnerstag.

Zudem hatte China zuvor empört auf die Verhängung neuer Strafmaßnahmen durch die USA reagiert. Die US-Regierung hatte Visa-Restriktionen gegen Vertreter der chinesischen Regierung und der Kommunistischen Partei verhängt sowie 28 chinesische Regierungs- und Handelsorganisationen auf eine schwarze Liste gesetzt, um Exporte an sie zu beschränken. Begründet worden waren diese Maßnahmen damit, dass China die muslimische Minderheit der Uiguren unterdrücke.

Die USA und China, die beiden größten Wirtschaftsnationen der Welt, überziehen sich seit mehr als einem Jahr mit Importzöllen in Milliardenhöhe. Der Handelskonflikt führt in beiden Ländern zu einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und hemmt auch die Weltkonjunktur.

Die US-Regierung wirft der chinesischen Regierung unter anderem Diebstahl geistigen Eigentums und Technologiespionage vor. In der Folge hatte Trump Einfuhrzölle auf chinesische Produkte im Wert von 250 Milliarden Dollar verhängt. China reagierte darauf mit Vergeltungszöllen in ähnlichem Umfang.