Jeder Deutsche hat im Durchschnitt 241,7 Kilogramm Papier, Pappe und Karton im vergangenen Jahr verbraucht. Damit ist der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland so hoch wie in keinem anderen Industrie- und Schwellenland der G20, berichtet die Saarbrücker Zeitung unter Berufung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag. Auf Platz zwei folgen demnach die USA mit 211 Kilogramm.

Den Angaben zufolge hat sich in Deutschland insbesondere der Verbrauch von Papierverpackungen deutlich erhöht. Zuletzt habe er bei 96,3 Kilogramm pro Kopf und Jahr gelegen. Im Jahr 1991 seien es noch knapp 70 Kilogramm gewesen. Eine der Ursachen dieser Entwicklung sei die starke Zunahme des Onlinehandels, hieß es. Auch die Bundesregierung und ihre nachgelagerten Behörden trügen zu dem hohen Verbrauch bei. Noch 2015 wurden dort den Angaben zufolge 1,15 Milliarden Blatt Papier verbraucht – allerdings mit abnehmender Tendenz: 2018 waren es 1,05 Milliarden Blatt.

Die umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Bettina Hoffmann, sagte der Saarbrücker Zeitung, für die deutsche Papierproduktion sei rein rechnerisch eine Waldfläche von 40.000 Fußballplätzen nötig. Sie forderte daher ein gesetzlich verankertes Abfallvermeidungsziel, das auch Papier und Pappe umfasse.