Im Westen verfügt, rein rechnerisch, jede Person im Alter über 17 Jahre im Schnitt über ein Nettovermögen von 121.500 Euro, im Osten nur über 55.000 Euro. Ein Grund ist, dass es im Westen viel mehr Menschen mit Wohneigentum als im Osten gibt. Generell leben etwa 44 Prozent der Deutschen in den eigenen vier Wänden, mehr als die Hälfte aber zur Miete. In anderen Ländern Europas, etwa Italien oder Spanien, haben gut 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung.

Personen, die Immobilien besitzen, haben im Schnitt 225.000 Euro Vermögen, Menschen, die zur Miete leben, dagegen nur 24.000 Euro.

Wer aber sind die reichsten zehn Prozent? Es sind vor allem Unternehmerinnen und Unternehmer, zeigt die Auswertung. Denn besonders stark ist das Betriebsvermögen seit 2012 gewachsen. Und diese Personen wiederum besitzen auch besonders viele Immobilien.

Vermögenssteuer reicht laut Experten nicht

Und so verdeutlicht die Untersuchung, dass die Vermögensungleichheit in Deutschland trotz erheblicher Zuwächse stagniert statt zu schrumpfen. Eine Vermögenssteuer, die immer wieder als Lösung für mehr Einkommensgleichheit herangeführt wird, würde zwar fiskalische Mehreinnahmen schaffen, aber nicht automatisch den vermögensschwachen Bevölkerungsgruppen zugutekommen, schreiben die Autoren der Studie.

Stattdessen sollten vor allem der Bevölkerung mit unteren und mittleren Einkommen bessere Möglichkeiten zur Vermögensbildung angeboten werden, schlagen die Experten vor. Die Politik könnte etwa privaten Immobilienbesitz besser fördern. Das Baukindergeld ist dafür ein Anfang, aber es gilt eben nur für Familien. Die Autoren schlagen auch vor, die private Altersvorsorge umzubauen. Sie nennen als Beispiel Schweden, wo mit privater Vorsorge und staatlicher Förderung viel höhere Renditen als mit der in Deutschland geförderten Riester- und Rürup-Rente erzielt werden. Die litt in den vergangenen Jahren durch die extrem niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt.

Der Studie liegen die Ergebnisse einer Befragung von etwa 30.000 Menschen in rund 15.000 Haushalten zugrunde. Dabei wird das Vermögen von Personen ab 17 Jahren erfragt. Dazu zählen unter anderem selbst genutzter und anderer Immobilienbesitz, Sparguthaben, Aktien und Investmentanteile, Ansprüche aus Lebens- und privaten Rentenversicherungen, Betriebsvermögen sowie wertvolle Sammlungen wie Gold, Schmuck, Münzen oder Kunstgegenstände.