Trotz einer drohenden Rezession ist die Erwerbstätigkeit in Deutschland auf einem Rekordhoch. Im dritten Quartal dieses Jahres wuchs die Zahl der Erwerbstätigen um 356.000 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und erreichte mit 45,4 Millionen Arbeitenden den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung 1990, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Grund sei die "bereits einsetzende Herbstbelebung am Arbeitsmarkt".

Die deutsche Wirtschaft war zwischen Juli und September wieder um 0,1 Prozent gewachsen, nachdem sie im Frühjahr um 0,2 Prozent geschrumpft war. Vor allem die gute Kauflaune der Verbraucherinnen und Verbraucher und ein Anstieg bei den Exporten begünstigten das leichte Wachstum.

Dennoch zeichnen sich die Folgen der konjunkturellen Flaute ungeachtet des Rekordwertes am Arbeitsmarkt ab. "Obwohl sich der Beschäftigungszuwachs weiter fortsetzte, schwächte sich seine Dynamik im Laufe des Jahres 2019 ab", hieß es aus dem Statistischen Bundesamt. War die Erwerbstätigkeit im ersten Quartal des Jahres noch um 1,1 Prozent gewachsen, nahm sie im zweiten Quartal nur noch um 1,0 Prozent zu. Zuletzt lag die Wachstumsrate im dritten Quartal bei 0,8 Prozent.

Zum anhaltenden – wenn auch abgeschwächten – Beschäftigungsanstieg trugen im abgelaufenen Quartal erneut vor allem die Dienstleister bei. Den absolut höchsten Beschäftigungsgewinn verzeichneten die Öffentlichen Dienstleister, Erziehungs- und Gesundheitseinrichtungen mit 201.000 Personen (+1,8 Prozent), gefolgt vom Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe mit 54.000 (+0,5) sowie dem Bereich Information und Kommunikation mit 49.000 (+3,7).

Dagegen setzte sich der Abwärtstrend bei den Unternehmensdienstleistern weiter fort. Auch bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern sank die Zahl der Erwerbstätigen erneut, mit 10.000 Personen um 0,9 Prozent. Im produzierenden Gewerbe stieg die Zahl der Erwerbstätigen um 36.000 Personen (+0,4), im Baugewerbe um 35.000 Personen (+1,4). Dagegen sank sie in der Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei um 12.000 (-1,9).

Zuletzt meldete das Statistische Bundesamt ebenfalls einen Rückgang atypischer Beschäftigungen. Demnach sind wieder mehr als zwei Drittel der Menschen in einem unbefristeten und sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis mit mehr als 21 Wochenstunden beschäftigt. Auch die Arbeitslosenquote war im Oktober wieder auf 4,8 Prozent gesunken.