Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat eine geplante Gehaltserhöhung für die Vorstände der Deutschen Bahn als "falsches Signal" bezeichnet. "Deshalb habe ich bereits letzte Woche meinem Vertreter im Aufsichtsrat deutlich gemacht, die Überlegungen zu stoppen", sagte Scheuer. Er sei überzeugt, dass sich dem die weiteren Vertreter des Bundes im Aufsichtsrat anschließen werden. "Das Grundprinzip erst bessere Ergebnisse, dann bessere Vergütung, steht für mich ganz oben."

Hintergrund ist, dass für einen Teil des bisher sechsköpfigen Bahn-Vorstandes eine Gehaltserhöhung von 400.000 auf 585.000 Euro im Jahr vorgeschlagen wurde. Dies wurde am Sonntag aus Aufsichtsratskreisen berichtet. Das Kontrollgremium solle am kommenden Donnerstag darüber beraten. Zuerst hatte die Bild am Sonntag (Bams) über die Pläne berichtet. 

Grundlage für die geplante Gehaltserhöhung ist der Zeitung zufolge ein internes Gutachten der Unternehmensberatung Kienbaum. Die Einstiegsgehälter für Bahn-Vorstände seien im Vergleich zu anderen großen Unternehmen zu niedrig, heißt es darin laut BamS. Der Plan sehe vor, die Gehälter für die Vorstände anzuheben, die in ihrer ersten Amtszeit seien.

Der Bund ist Eigentümer der Bahn. Die Bundesregierung ist im Aufsichtsrat mit drei Mitgliedern vertreten. Scheuer hatte erst kürzlich gefordert, die Bahn solle bis Mitte November einen Plan für Verbesserungen vorlegen. Zuletzt waren neue Investitionen in die Bahn beschlossen worden. So soll der Konzern 20 Milliarden Euro aus dem Klimapaket erhalten. Hinzu kommen 62 Milliarden Euro, die der Bund in den nächsten zehn Jahren für die Sanierung des Schienennetzes zur Verfügung stellen will.