Die USA haben chinesische Angaben bestätigt, denen zufolge eine Übereinkunft im Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt bevorsteht. Beide Seiten hätten sich geeinigt, als Teil eines geplanten Handelsabkommens Zölle zu senken, sagte ein Regierungsvertreter in Washington.

Zuvor hatte ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums gesagt, die USA und China wollten schrittweise Zölle zurücknehmen – sobald sie sich auf ein neues Handelsregime einigen. Details zum Umfang der anvisierten Zollsenkung und den betroffenen Produkten wurden jedoch nicht genannt, lediglich, dass sie auf beiden Seiten gleich hoch ausfallen sollen.

Seit einem Jahr verhängen die USA und China gegenseitige Sonderzölle, insgesamt ist ein Warenwert in dreistelliger Milliardenhöhe betroffen. US-Präsident Donald Trump initiierte den Handelsstreit, weil er sich am Handelsdefizit seines Landes gegenüber China stört. Er wirft der Volksrepublik unfaire Handelspraktiken vor, darunter Diebstahl geistigen Eigentums, Beschränkungen für ausländische Unternehmen auf dem chinesischen Markt sowie Währungsmanipulation.  

Teilabkommen schon im Dezember möglich

Zuletzt gab es vermehrt Signale einer Annäherung. Im Oktober kündigte Trump an, auf weitere geplante Zölle, die Produkte im Wert von 250 Milliarden Dollar betroffen hätten, zu verzichten. US-Regierungskreisen zufolge könnte es im Dezember zu einem Treffen Trumps mit Chinas Präsident Xi Jinping kommen, bei dem die Staatsoberhäupter einen ersten Teilvertrag für ein Handelsabkommen unterzeichnen könnten. Darin soll es um Währungsfragen, Finanzdienstleistungen sowie den Umgang mit geistigem Eigentum gehen. 

Die Kosten des Handelsstreits tragen einer Studie zufolge vor allem US-amerikanische Verbraucher sowie Importunternehmen. Auch die Weltwirtschaft leidet unter dem Handelsstreit: Die Welthandelsorganisation (WTO) senkte kürzlich ihre Prognose für das Wachstum des weltweiten Handels im laufenden Jahr von 2,6 auf 1,2 Prozent. Zollkonflikte nannte die Handelsorganisation als größte Ursache für die Korrektur.