Im Streit um höhere Einfuhrzölle für Fahrzeuge haben die USA einen Verzicht in Aussicht gestellt. "Wir haben sehr gute Gespräche geführt mit unseren europäischen, japanischen und südkoreanischen Freunden", sagte US-Handelsminister Wilbur Ross dem Fernsehsender Bloomberg. Unter anderem seien Verhandlungen mit einzelnen Herstellern über ihre geplanten Investitionen in den USA geführt worden. Er hoffe, es werde dadurch nicht nötig sein, die von seiner Regierung geplanten 232 Restriktionen einzuführen, sagte Ross.

Präsident Donald Trump hatte in der Vergangenheit mehrfach mit Zöllen auf Autoimporte aus Europa von bis zu 25 Prozent gedroht. Er begründete dies mit einer Bedrohung für die nationale Sicherheit. Experten zufolge nutzt die US-Regierung die Drohung aber vor allem, um Zugeständnisse zu bekommen. Die USA verlangen von der EU etwa ein Entgegenkommen im Handelsstreit.

Eine ursprünglich für den Mai dieses Jahres erwartete Entscheidung hatte Trump um bis zu sechs Monate verschoben. Sie wird nun Mitte November erwartet.

Der Schritt wäre eine Eskalation des Handelskonflikts mit der EU. Höhere Importzölle würden vor allem die exportlastige deutsche Wirtschaft und Autokonzerne treffen, allen voran Volkswagen, BMW und Daimler. Der deutschen Wirtschaft insgesamt drohten laut des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) für den Fall jährliche Mehrkosten in Höhe von sechs Milliarden Euro.