Der zweitägige Streik bei der Lufthansa ist am frühen Morgen beendet worden. Die Flugbegleiter nahmen ihre Arbeit wieder auf. Dennoch sind zu Beginn des Wochenendes am Münchner Flughafen einige Flüge ausgefallen. An die 20 Verbindungen seien für Samstag annulliert worden, sagte ein Sprecher von Deutschlands zweitgrößtem Airport. Zudem starteten und landeten zahlreiche Lufthansa-Flüge mit teilweise mehreren Stunden Verspätung. 

Nach Angaben der Airline kommt es zu vereinzelten Flugausfällen oder Verspätungen, da sich einzelne Maschinen und Crews noch nicht an ihren richtigen Einsatzorten befinden. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport rechnet zudem mit mehr Andrang, da viele Passagiere wegen des 48-stündigen Streiks auf Samstag umgebucht hatten.

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hatte die Lufthansa von Donnerstagmorgen bis Freitag bestreikt. Hunderte Flüge waren ausgefallen, Zehntausende Reisende blieben am Boden. Die Airline strich insgesamt 1.500 Flüge, 200.000 Passagiere waren betroffen.

Ufo und Lufthansa beraten nun über eine mögliche Schlichtung des Tarifkonflikts für die rund 21.000 Flugbegleiter bei der Linie. Beide Seiten haben aber Stillschweigen zu Details vereinbart. Die Gespräche sollen am Sonntag an einem geheimen Ort beginnen. Man brauche die Vertraulichkeit, um schwierige juristische Fragen auszuräumen, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr. "Wenn wir schlichten, muss das Ganze juristischen Halt haben."

Auch Lufthansa-Töchter streikbereit

Die Lufthansa vollzieht mit diesen Gesprächen eine Kehrtwende: Sie hatte über Monate dem Ufo-Vorstand die Vertretungsberechtigung abgesprochen und jegliche Verhandlungen abgelehnt. Ufo-Sprecher Nicoley Baublies sagte, man hoffe am Wochenende auf eine Annäherung. Zugleich hatte er gedroht: "Wenn's nicht klappt, müssen wir am Montag verkünden, dass es weitere Streiks gibt."

Die Ufo fordert höhere Spesen und Zulagen sowie einen besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. In dem Konflikt geht es aber hauptsächlich um die Frage, ob Ufo überhaupt Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann.

Die Ufo hatte am Donnerstag und Freitag die Lufthansa-Kerngesellschaft bestreikt. Nach Urabstimmungen ist sie aber auch bei den vier Lufthansa-Töchtern Germanwings, Eurowings Deutschland, LufthansaCityLine und SunExpress Deutschland streikbereit.