Roger Hallam, Mitgründer der Klimabewegung Extinction Rebellion, hält die deutsche Haltung zum Holocaust für schädlich. "Das Ausmaß dieses Traumas kann lähmen", warnte Hallam in einem Gespräch mit der ZEIT. "Das verhindert, dass man daraus lernt." In dem Gespräch kommt Hallam immer wieder auf den Holocaust zurück – und relativiert ihn. Es tue den Deutschen nicht gut, dass sie ihn fälschlicherweise für einzigartig hielten.

"Tatsache ist, dass in unserer Geschichte Millionen von Menschen unter schlimmen Umständen regelmäßig umgebracht worden sind", sagte der 52-jährige Brite der ZEIT. Als Beispiel nennt er den Völkermord im Kongo: "Die Belgier kamen im späten 19. Jahrhundert in den Kongo und haben ihn dezimiert."

Genozide, so der Klimaaktivist, habe es in den vergangenen 500 Jahren immer wieder gegeben. "Um ehrlich zu sein, könnte man sagen: Das ist ein fast normales Ereignis." Auch der Holocaust sei für ihn "just another fuckery in human history", so Hallam – "nur ein weiterer Scheiß in der Menschheitsgeschichte".

Inzwischen hat der deutsche Verlag des XR-Mitbegründers auf die Äußerungen in der ZEIT reagiert und die geplante Veröffentlichung von Hallams Buch gestoppt. Als Grund dafür nannten Vertreter der Ullstein Buchverlage die Äußerungen zum Holocaust.

Das Buch mit dem Titel Common Sense. Die gewaltfreie Rebellion gegen die Klimakatastrophe und für das Überleben der Menschheit sollte am 26.11. in die deutschen Buchläden kommen.

Die Begegnung mit Roger Hallam können Sie ab diesem Donnerstag am Kiosk in der neuen Ausgabe der ZEIT lesen – oder hier online.