Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel wird nicht neuer Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). "Ohne Zweifel ist es eine spannende und herausfordernde Aufgabe, die Automobilwirtschaft gerade in einer Zeit großer Umbrüche zu begleiten", teilte er Tagesspiegel und Handelsblatt mit. "Trotzdem kann ich nach reiflicher Überlegung und aufgrund anderer Aufgaben für dieses Amt nicht zur Verfügung stehen."

Die Bedeutung dieses Teils der deutschen Industrie für den wirtschaftlichen Erfolg, die soziale Stabilität und die ökologische Nachhaltigkeit des Landes sei kaum zu überschätzen, urteilte der frühere Umwelt-, Außen- und Wirtschaftsminister. "Ich empfinde es deshalb auch als Ausdruck großen Vertrauens, dass Vertreter dieses für Deutschland so wichtigen Industriezweiges mir die Aufgabe als Präsident des VDA zutrauen."

Mehrere Medien hatten im Oktober berichtet, Gabriel könnte an die Spitze des Lobbyverbandes rücken. Als weitere Kandidatin wurde die ehemalige Staatsministerin im Kanzleramt, Hildegard Müller (CDU), genannt. Sie wäre die erste Frau auf dem Posten. Der aktuelle VDA-Chef Bernhard Mattes hatte Mitte September angekündigt, sich zum Jahresende als Deutschlands oberster Autolobbyist zurückzuziehen.

Im Interview mit der ZEIT hatte Gabriel dementiert, dass es formelle Gespräche mit ihm über den Posten gegeben habe. "Ich habe mich nicht ins Spiel gebracht und bin nicht offiziell vom VDA angesprochen worden."