Der Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland hat sich im Oktober weiter verlangsamt und liegt damit auf dem niedrigsten Stand seit Februar 2018. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts betrug die Jahresinflationsrate 1,1 Prozent. Die Behörde bestätigte damit vorläufige Daten.

Im September hatte die Teuerungsrate noch bei 1,2 Prozent gelegen, im August betrug sie 1,4 Prozent. Für den aktuellen Rückgang sind vor allem gesunkene Energiepreise verantwortlich, die sich um durchschnittlich 21,1 Prozent verbilligten. Deutlich günstiger wurden insbesondere Sprit und leichtes Heizöl. Die Preise für leichtes Heizöl fielen um 15,8 Prozent, die für Kraftstoffe um 7,5 Prozent.

Nahrungsmittel kosteten hingegen 1,1 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Teurer als ein Jahr zuvor waren unter anderem Fleisch und Fleischwaren (+4,9 Prozent), Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte (+3,3 Prozent) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (+2,6 Prozent). Dienstleistungen verteuerten sich mit 1,7 Prozent überdurchschnittlich, darunter Mieten um 1,4 Prozent.

Die Inflationsrate in Deutschland entfernt sich damit weiter vom Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die für die Eurozone mittelfristig einen Wert von knapp zwei Prozent als ideal für die Konjunktur ansieht. Dauerhaft niedrige oder vermehrt sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben, was wiederum die Wirtschaft hemmen kann. Um die geringe Inflation zu bekämpfen und die Wirtschaft in der Eurozone zu stärken, hatte die EZB  im September höhere Strafzinsen auf Bankeinlagen und die Wiederaufnahme von Anleihekäufen beschlossen.

Derzeit belasten unter anderem globale Risiken wie der Brexit oder Handelskonflikte die Wirtschaft in der Eurozone. Zuletzt hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) zudem seine Prognose für die Weltwirtschaft für das Jahr 2019 das vierte Mal in Folge gesenkt. Der IWF geht nun von einem Wachstum von drei Prozent aus. Im Juli hatten die Ökonominnen und Ökonomen noch 3,2 Prozent erwartet.