Der angekündigte Stellenabbau des Autobauers Daimler trifft vor allem die Beschäftigten in Deutschland. "Zwei Drittel der Summe sollen in Deutschland eingespart werden", sagte Betriebsratschef Michael Brecht den Stuttgarter Nachrichten und der Stuttgarter Zeitung. Das aber seien die Vorstellungen des Unternehmens: Weder das Einsparpotenzial noch ein Stellenabbau in der Größenordnung von mindestens 10.000 Menschen seien vom Betriebsrat abgesegnet worden. 

Daimler hatte angekündigt, weltweit mindestens 10.000 Stellen zu streichen und 1,4 Milliarden Euro Personalkosten einsparen zu wollen. Brecht zeigte sich irritiert darüber, dass der Konzern bereits eine konkrete Zahl genannt hat. Es sei vereinbart gewesen, nicht über Kopfzahlen zu reden, sagte er den Zeitungen.

Die "Mammutaufgabe" für das Unternehmen bestehe jetzt darin, die Abläufe so zu optimieren, dass sie von weniger Menschen erledigt werden können, ohne dass es zu einer Leistungsverdichtung komme, sagte Brecht weiter. Das Unternehmen wolle beispielsweise die Kosten senken, indem die Zahl der Zeitarbeiter im indirekten Bereich weiter reduziert wird. Dort seien im November 2019 rund 3.000 Zeitarbeiter beschäftigt, sagte der Betriebsratschef.

Außerdem will Daimler demnach Altersteilzeit für bestimmte Jahrgänge attraktiver machen. "Die Zahl der Beschäftigten in indirekten Bereichen in Deutschland, die potenziell noch in Altersteilzeit gehen könnten, liegt bei 2.000 Menschen", sagte Brecht. Als indirekter Bereich werden diejenigen Unternehmensteile bezeichnet, die das Hauptgeschäft unterstützen – etwa Personalabteilung, Marketing oder Justiziariat.

Daimler steht wegen hoher Ausgaben für Elektroautos und autonomes Fahren und wegen eines schwachen Absatzes im Pkw- wie im Lkw-Geschäft unter hohem Spardruck.