Die EU-Kommission hat umfangreiche Staatshilfen zum Aufbau einer eigenen europäischen Batterieproduktion genehmigt. Sieben Mitgliedsstaaten können damit in den kommenden Jahren Fördermittel von 3,2 Milliarden Euro für Forschungs- und Innovationsvorhaben bereitstellen, was wiederum private Investitionen von fünf Milliarden Euro mobilisieren soll, wie die Kommission am Montag in Brüssel mitteilte.

"Die Batteriefertigung in Europa ist für unsere Wirtschaft und Gesellschaft von strategischem Interesse", erklärte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Die Akkufertigung biete große Chancen im Hinblick auf saubere Mobilität und Energie sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Das Vorhaben soll 2031 abgeschlossen werden.

Europa hinkt bei der Fertigung von Batteriezellen für Elektroautos vor allem Asien hinterher, es droht eine Abhängigkeit. Derzeit werden Schätzungen zufolge mehr als 80 Prozent der Batterien weltweit in Asien produziert, lediglich drei Prozent in Europa. Die EU-Kommission hatte Ende 2017 deswegen eine Batterieallianz ins Leben gerufen, damit die europäischen Unternehmen ihren Rückstand aufholen. Die europäische Produktion soll dabei nach dem Vorbild des Flugzeugbauers Airbus gebündelt werden.

Batterien sind das teuerste Bauteil

Mehrere europäische Länder haben dafür Programme aufgelegt, um die eigene Fertigung anzustoßen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will ein Drittel der weltweiten Batteriezellenproduktion nach Europa holen. "Das ist ein großer Erfolg für den Automobilstandort Deutschland und Europa", kommentierte Altmaier die EU-Entscheidung. Die beteiligten Staaten können nun teilnehmenden Unternehmen Gelder zuschießen. Für Deutschland gilt eine Förderobergrenze von 1,25 Milliarden Euro, die als erlaubte staatliche Beihilfen beigesteuert werden können, Berlin will eine Milliarde Euro bereitstellen.

Bei Elektroautos sind Batterien das teuerste Bauteil. Bei dem jetzt genehmigten Vorhaben geht es um die Fertigung von Lithium-Ionen-Batterien, die langlebiger sein sollen und kürzere Ladezeiten ermöglichen. Ziel ist laut Kommission auch, "die Umweltverträglichkeit in allen Segmenten der Batteriewertschöpfungskette zu erhöhen".

Finanziell beteiligen sich an dem Vorhaben mit Staatshilfen neben Deutschland auch Belgien (80 Millionen Euro), Finnland (30 Millionen Euro), Frankreich (960 Millionen Euro), Italien (570 Millionen Euro), Polen (240 Millionen Euro) und Schweden (50 Millionen Euro). An dem ersten Projekt sind unter anderem der französische Autobauer Peugeot und dessen Tochter Opel sowie der Batteriehersteller Saft beteiligt. Einen weiteren Batterieverbund bilden BMW, der Chemiekonzern BASF und der Kleinzellenhersteller Varta. Volkswagen will eine Batteriezellproduktion mit dem schwedischen Start-up Northvolt hochziehen.