Die USA und China haben im Handelskonflikt eine Teileinigung erzielt. Das teilten beide Seiten mit. Weitere Zölle sind damit zunächst abgewendet.

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, die Zölle, die nach Ablauf einer Frist am Sonntag in Kraft treten sollten, würden nicht erhoben. Auch die chinesische Führung gab die Einigung bekannt. Die USA hätten sich auch verpflichtet, bereits verhängte Zölle teilweise zurückzunehmen, sagte Chinas Vizehandelsminister Wang Shouwen. 

Trump wies hingegen darauf hin, dass ein Großteil der bisherigen US-Zölle auf chinesische Waren aufrechterhalten werde, um ein Druckmittel für die weiteren Handelsgespräche zu haben. An den Zusatzabgaben von 25 Prozent auf Einfuhren von China in die USA im Wert von 250 Milliarden US-Dollar (rund 225 Milliarden Euro) ändere sich vorerst nichts. "Wir werden sie für die weiteren Verhandlungen zu einem Phase-Zwei-Abkommen nutzen", sagte Trump.

An diesem Sonntag hätten die USA nach ursprünglichen Plänen zusätzliche Abgaben von 15 Prozent auf in China produzierte Konsumgüter wie Laptops und Smartphones im Wert von rund 150 Milliarden US-Dollar verhängt. Trump hatte bereits im Oktober eine Teileinigung in dem seit rund eineinhalb Jahren andauernden Handelskonflikt mit China verkündet. Zur geplanten Unterzeichnung im November kam es allerdings nicht.

Handelskonflikt belastet globale Konjunktur

Zuletzt hatte Trump mehrfach widersprüchliche Signale gesendet. Anfang Dezember äußerte er offen Überlegungen, mit einem Abkommen bis nach der US-Wahl im November 2020 zu warten. Am Donnerstag hatte Trump dann auf Twitter geschrieben, dass man einem "großen Deal" mit China sehr nahe sei. 

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China belastet die globale Konjunktur und bremst insbesondere das Wirtschaftswachstum in China. Trump wirft China unfaire Handelspraktiken zulasten von US-Unternehmen und den Diebstahl geistigen Eigentums vor. Die Teileinigung lässt sich nun als ersten Schritt zu einer Deeskalation werten.

Der US-Präsident hatte lange darauf bestanden, nur einem umfassenden Handelsabkommen mit China zuzustimmen. Das scheiterte aber am Widerstand Chinas, woraufhin im Oktober erstmals die Rede von einem Teilabkommen war.