Und so kamen die Amerikaner in einem ursprünglich zentralen Punkt nicht durch: Sie wollten einen fairen Wettbewerb mit Chinas staatlich geschützten und subventionierten riesigen Konzernen erreichen. Grüne Technologie, aber auch Stahlindustrie und Flugzeugbauer sowie Software-, Computer-, Smartphone-Hersteller erhalten in China seit Jahren alle Hilfe, die sie nur wünschen, um den globalen Wettbewerb zu gewinnen; "Made in China 2025" heißt der Plan der Regierung. Die von Trump gewünschten Einschränkungen aber wurden aus diesem ersten Vertrag herausgehalten; erst in "Phase 2" soll es darum gehen, und wer weiß, ob Phase 2 je zu einem Abkommen führt?

Und ja, dennoch: Der Handelskrieg schadete China und den USA, damit der Weltwirtschaft, und er führte vor allem nirgendwohin, gewiss nicht zu konstruktiven Lösungen.

Landwirte wählen Trump

Jetzt hat China zugesagt, 2020 für mindestens 32 Milliarden Dollar Waren von Amerikas Landwirten zu kaufen, Soja oder Schweinehälften. In den USA stieg die Rate der Bankrotterklärungen von Bauern in diesem Jahr um 24 Prozent, und es gab mehr Suizide; es war eine Folge des Handelskriegs – nun kommen wieder Aufträge. 

Auch Apple und andere Tech-Konzerne bleiben von den ursprünglich geplanten neuen Strafzöllen verschont; und die alten Strafzölle auf Kleidung oder Spielzeug aus China sinken von 15 auf 7,5 Prozent. Amerikanische Banken und Kreditkartenfirmen dürfen künftig auf dem chinesischen Markt mitmischen, ohne chinesische Partner beteiligen zu müssen.

An die politische Wirkung, gerade in diesen Wochen des Amtsenthebungsverfahrens, dürfte Trump gewiss gedacht haben. Bauern waren 2016 seine Wähler, und eine Rezession im Wahljahr 2020 hätte dem Präsidenten nicht zur Wiederwahl verholfen. Vielleicht werden die Verlierer dieses Abkommens im November 2020 Amerikas Demokraten sein.