Nach dem Stopp der Bauarbeiten an der Ostseepipeline Nord Stream 2 erwartet Russland den Start erst bis Ende nächsten Jahres. "Bis Ende des Jahres 2020 wird Nord Stream 2 gestartet", sagte der russische Energieminister Alexander Nowak der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Die Arbeiten zur Verlegung der Röhren auf den restlichen rund 160 Kilometern könne das russische Schiff Akademik Tscherski erledigen. Allerdings müsse es für die Arbeiten in der Ostsee noch zusätzlich ausgerüstet werden.

Von der Ostseepipeline zwischen Russland und Deutschland fehlen dem Baukonsortium zufolge noch 160 Kilometer. Bisher hatte Russland von einer Verzögerung von einigen Monaten gesprochen. Die USA hatten im Zusammenhang mit dem Projekt Sanktionen gegen die am Bau beteiligten Firmen angekündigt. Der für die Verlegung der Leitung bislang verantwortliche schweizerisch-niederländische Konzern Allseas hat seine Arbeit deswegen ausgesetzt.

Die USA begründen ihr Vorgehen gegen Nord Stream 2 mit einem Schutz der Energiesicherheit in Europa. Sie warnen vor einer zu großen Abhängigkeit von russischem Gas. Mehrere EU-Staaten und die Ukraine sind gegen die Pipeline. Die USA wiederum stehen in der Kritik, sie wollten ihr eigenes, teuer produziertes Flüssiggas in Europa verkaufen. Russland hat Gegenmaßnahmen auf die US-Sanktionen angekündigt.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen kritisierte die US-Sanktionen. Es sei richtig, dass das Pipelineprojekt auch eine politische Dimension habe und die EU-Kommission schütze "mit ihren Mitteln" die Interessen der östlichen Mitgliedsstaaten, sagte von der Leyen dem Spiegel. "Auf einem anderen Blatt steht, dass die EU-Kommission entschieden Sanktionen gegen europäische Unternehmen, die sich im Einklang mit der Rechtsordnung in Projekten engagieren, ablehnt."