Die Rücklage der Deutschen Rentenversicherung ist erneut auf einen Rekordwert gestiegen. Lag sie Ende 2018 noch bei 38,2 Milliarden Euro, so waren es Ende 2019 nach vorläufigen Ergebnissen 40,5 Milliarden Euro. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Die Summe entspreche den Schätzungen vom vergangenen Sommer. Die Nachhaltigkeitsrücklage entspreche somit wie im Vorjahr 1,79 monatlichen Ausgaben.

Die Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung aus Beiträgen aus Erwerbstätigkeit sind im vergangenen Jahr um 4,5 Prozent gestiegen – auf rund 222 Milliarden Euro. "Die positive Entwicklung bei den Beitragseinnahmen ist darauf zurückzuführen, dass die Löhne deutlich gestiegen sind und gleichzeitig die Beschäftigung zugenommen hat", sagte die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach.

Für 2019 hatte die Rentenversicherung mit Einnahmen in Höhe von 312,3 Milliarden Euro sowie Ausgaben in Höhe von 307,9 Milliarden Euro geplant.

Rücklagen werden abgebaut, um Beiträge stabil zu halten

Die Nachhaltigkeitsrücklage der Rentenversicherung wird in den kommenden Jahren allerdings planmäßig abgebaut. Denn die Zahl der Rentnerinnen und Rentner wird künftig stark steigen, wenn die geburtenstarken Jahrgänge die Regelaltersgrenze erreichen. Nach Schätzungen kann der Beitragssatz durch die Rücklagen zudem nur bis zum Jahr 2024 stabil bei 18,6 Prozent gehalten werden. Wie es nach 2025 weitergeht – erst dann treten die Folgen des demografischen Wandels spürbar im Rentensystem auf – ist noch ungewiss. 

Erst kürzlich hatte der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans daher ins Spiel gebracht, die heutige Beitragsbemessungsgrenze infrage zu stellen. Zudem sollten auch andere Einkunftsarten wie etwa Einnahmen aus Kapitalvermögen berücksichtigt werden. Diskutiert wird auch, ob das gesetzliche System zu einer Erwerbstätigenversicherung umgebaut werden kann. So wird immer wieder gefordert, dass alle Selbständigen ins gesetzliche Rentensystem einzahlen sollen. Auch eine Einbeziehung von Beamtinnen und Beamten ist immer wieder im Gespräch.

Wie das gesetzliche System fortentwickelt werden soll, dazu soll die Rentenkommission in diesem Jahr erste Vorschläge machen.