Von den Folgen der Klimakrise und des Artensterbens geht die größte Gefahr für die Menschheit aus. Zu diesem Ergebnis kommt der Global Risks Report 2020, den das Weltwirtschaftsforum (WEF) eine Woche vor seinem jährlichen Treffen in Davos vorgestellt hat. Zum ersten Mal in der Geschichte des Reports sind dabei die fünf größten Risiken – in Bezug auf ihre Wahrscheinlichkeit – alle auf die Umwelt zurückzuführen.

Die Expertinnen und Experten gaben für ihre Bewertung an, für wie wahrscheinlich sie das jeweilige Bedrohungsszenario halten und wie groß dessen Auswirkungen sein würden. Besonders wahrscheinlich sind demnach extreme Wetterlagen wie Überschwemmungen und Stürme, eine misslungene Anpassung an den Klimawandel, Naturkatastrophen wie Erdbeben, Tsunamis, Vulkanausbrüche und geomagnetische Stürme. Auch einen schwerwiegenden Verlust biologischer Vielfalt sowie einen Zusammenbruch des Ökosystems halten sie für wahrscheinlich. 

Wie schon in Vorjahren droht dem Bericht zufolge durch Massenvernichtungswaffen zwar größter Schaden, doch schätzen die Expertinnen und Experten deren Einsatz als eher unwahrscheinlich ein.

Besonders junge Menschen sind alarmiert

Insbesondere für die jüngeren Generationen ist der Zustand des Planeten dem Bericht zufolge alarmierend. Personen, die nach 1980 geboren wurden, stuften demnach Umweltrisiken kurz- und langfristig gesehen höher ein als andere Befragte. Fast 90 Prozent dieser Gruppe glaubten an extreme Hitzewellen, die Zerstörung von Ökosystemen und die Beeinflussung körperlicher Gesundheit durch Luftverschmutzung.

Der Report prognostiziert ein Jahr der Großmachtrivalitäten. Von über 750 befragten Risikoexpertinnen und -experten rechneten mehr als Dreiviertel mit einer Zunahme "wirtschaftlicher Konfrontationen" und "innenpolitischer Polarisierung" im Jahr 2020. "Dies ist das Jahr, in dem die Staats- und Regierungschefs mit allen Bereichen der Gesellschaft zusammenarbeiten müssen, um unsere Kooperationssysteme zu reparieren und neu zu beleben", sagte der Präsident des Weltwirtschaftsforums, Børge Brende.

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