Etwa jeder achte Bauer in Deutschland bewirtschaftet seinen Hof inzwischen ökologisch. Dies teilte der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) mit. Die Zahl der Biobetriebe sei im vergangenen Jahr um 6,3 Prozent auf fast 34.000 gestiegen. Laut dem Branchenverband bewirtschaften inzwischen 12,6 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe ihren Hof ökologisch.

Biobauern, Ökomärkte und Anbieter von Naturkosmetik profitieren vom wachsenden Bewusstsein für Klimaschutz und Nachhaltigkeit. "Mit der Fridays-for-Future-Bewegung sind die zentralen Themen der Biobranche und wichtige Anliegen der Ökos mitten im gesellschaftspolitischen Diskurs angekommen", sagte dazu die Geschäftsführerin des Bundesverbands Naturkost Naturwaren (BNN), Kathrin Jäckel.

Ein Indikator sind auch die steigenden Umsätze mit Biolebensmitteln: im vergangenen Jahr um knapp zehn Prozent auf fast zwölf Milliarden Euro. Laut des BÖLW-Vorsitzenden Felix Prinz zu Löwenstein würden "immer mehr Menschen mit ihrer Einkaufsentscheidung Verantwortung übernehmen". BNN-Geschäftsführerin Jäckel reicht dies nicht. "Der Anteil von Biolebensmitteln am gesamten Lebensmittelumsatz in Deutschland liegt bei rund fünf Prozent", sagte sie. Angesichts des Klimawandels seien aber 100 Prozent notwendig.

Derzeit findet in Nürnberg die weltgrößte Messe Biofach und parallel die Naturkosmetikmesse Vivaness statt. Eröffnet von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) und der britischen Primatenforscherin Jane Goodall, erwarten die etwa 3.800 Aussteller aus rund 100 Ländern mehr als 50.000 Fachbesucher. Ein Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf innovativen Konzepten, um Plastikverpackungen einzusparen oder ganz auf diese zu verzichten. Ein weiterer Trend sind vegane Lebensmittel wie Honigalternativen oder Butter auf Mandelbasis sowie Kosmetik mit Hanf.