Knapp die Hälfte der seit 2013 nach Deutschland Geflüchteten hatte fünf Jahre später eine geregelte Arbeit. Mehr als die Hälfte der erwerbstätigen Geflüchteten arbeitet als Fachkraft oder in Tätigkeiten mit höherem Anforderungsniveau, 44 Prozent sind als Helfer tätig, wie eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg ergab. Die Forscher hatten den Zeitraum von 2013 bis Ende 2018 untersucht. 

68 Prozent der erwerbstätigen Geflüchteten gehen demnach einem Vollzeit- oder Teilzeitjob nach. 17 Prozent machen eine bezahlte Ausbildung und drei Prozent ein bezahltes Praktikum. Zwölf Prozent sind geringfügig beschäftigt. 

"Die Arbeitsmarktintegration erfolgt damit etwas schneller als bei Geflüchteten früherer Jahre", heißt es in der Studie. Bei den seit den Neunzigerjahren infolge der Jugoslawien-Kriege nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge lag die Erwerbstätigkeitsquote nach fünf Jahren etwas niedriger, bei 44 Prozent. Die Forscher führen das darauf zurück, dass die Situation heute auf dem von Fachkräftemangel geprägten Arbeitsmarkt gegenwärtig deutlich günstiger sei als damals – auch wenn die Geflüchteten vom Balkan bessere Voraussetzungen hatten, etwa schneller oder besser Deutsch konnten. Damals seien zudem die allgemeine Arbeitslosigkeit deutlich höher und das Beschäftigungswachstum viel geringer gewesen als heute. "Zudem wird seit 2015 deutlich mehr in Sprach- und andere Integrationsprogramme für Asylbewerber und anerkannte Geflüchtete investiert, als es damals der Fall war", gaben die Experten an.

Bei den erwerbstätigen Migranten gibt es aktuell aber einen großen Unterschied zwischen Männern und Frauen: Nur 29 Prozent der Frauen sind nach fünf Jahren in Deutschland erwerbstätig, bei Männern liegt die Quote bei 57 Prozent. Dabei spiele die Familienkonstellation und die Betreuungssituation von Kindern eine große Rolle. "Insbesondere Frauen mit Kleinkindern sind nur zu sehr geringen Anteilen erwerbstätig", teilten die Forscher mit.

Die Zahl der Flüchtlinge in Deutschland ist zwischen 2013 und 2018 um 1,2 Millionen Menschen gestiegen – die meisten Menschen kamen 2015 ins Land.

Für die Studie hatten die Forscher eine Befragung ausgewertet, die das zur Bundesagentur für Arbeit gehörende IAB, das Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) und das Sozio-oekonomische Panel am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gemeinsam organisieren. Die repräsentative Wiederholungsbefragung bezieht Geflüchtete ein, die in den Jahren 2013 bis 2016 nach Deutschland gekommen waren. Insgesamt wurden den Angaben zufolge bisher 8.000 Geflüchtete befragt.