Umweltschützer haben eine Klage gegen den Bau einer dritten Start- und Landebahn für den Londoner Flughafen Heathrow gewonnen. Die Regierung der früheren Premierministerin Theresa May habe bei ihrer Entscheidung für den Ausbau die Zusagen im Rahmen des Pariser Klimaabkommens nicht beachtet, entschied ein Berufungsgericht. Sein am Donnerstag veröffentlichtes Urteil könnte die Vergrößerung von Europas größtem Flughafen blockieren. Der Flughafen kündigte an, Berufung beim Obersten Gerichtshof einzulegen. Der Heathrow Airport ist nach eigenen Angaben zuversichtlich, damit Erfolg zu haben.

Das Parlament hatte dem Bau der Start- und Landebahn 2018 zugestimmt, er sollte 14 Milliarden Pfund (17 Milliarden Euro) kosten. Die ehemalige Premierministerin May versprach sich ein Wirtschaftswachstum davon. Umweltschutzorganisationen klagten und argumentieren, dass das Projekt im Widerspruch zu den Zusagen Großbritanniens zur Bekämpfung des Klimawandels stehe. Anwohner beklagen sich zudem über Lärm, Luftverschmutzung und verstopfte Straßen. 

"Wir haben gewonnen", sagte der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan begeistert, der seit Langem gegen das Projekt ist. "Gigantisch", twitterte Umweltminister Zac Goldsmith, ebenfalls seit Langem ein Gegner.

Auch Premierminister Boris Johnson ist seit Langem gegen die Erweiterung und hatte einst angekündigt, sich vor die Bulldozer zu legen, um die Piste zu verhindern. Die Regierung werde das Urteil nicht anfechten, sagte ein Sprecher von Johnson.