Rentner in Deutschland haben im Jahr 2019 insgesamt 40,82 Milliarden Euro Einkommensteuer bezahlt – mehr als doppelt so viel wie vor zehn Jahren. Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Linken hervor, aus der die Bild am Sonntag zitiert.

Demnach werden Steuerpflichtige mit Renteneinkünften im Jahr 2020 knapp 43 Milliarden Euro Einkommensteuer zahlen. "Wir brauchen jetzt auch für Rentner eine Steuerreform", sagte Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch angesichts dieser Zahlen. Kleine und mittlere Renten müssten "vor dem Finanzamt geschützt werden".

Renten werden seit fünfzehn Jahren stärker der Steuer unterworfen, um die ungleiche Behandlung von Pensionen und Renten zu beenden. Das folgte 2002 aus einem Urteil des Verfassungsgerichts. Die damalige rot-grüne Koalition beschloss daraufhin, die Besteuerung der Renten zwischen 2005 und 2040 in kleinen Schritten umzubauen.

Seit 2005 steigt der steuerpflichtige Anteil der Renten. Damals mussten Neurentner 50 Prozent ihrer Rente versteuern, dieser Wert steigt seither um jährlich zwei Prozentpunkte. Im Jahr 2040 werden es 100 Prozent sein.

Zugleich können Berufstätige in jüngeren Jahren immer mehr Ausgaben zur Altersvorsorge von der Steuer absetzen. Das soll jüngeren Steuerzahlern größere Anreize zur Altersvorsorge geben. Bis 2025 werden die Beiträge für den Aufbau der Altersversorgung steuerfrei sein.