Die Metro AG hat sich über den Verkauf der angeschlagenen Supermarktkette Real mit einem Investorenkonsortium geeinigt. Der Verkauf müsse allerdings noch finalisiert werden, hieß es. Die 276 Märkte der Kette sollen von dem Immobilieninvestor x+bricks gemeinsam mit dem russischen Investor SCP Group komplett übernommen werden. Nach dem Verkauf soll die Supermarktkette zerschlagen werden.  

Wie die Süddeutsche Zeitung aus Unternehmenskreisen erfuhr, sollen sich Metro und das Konsortium auf einen Unternehmenswert von etwa einer Milliarde Euro geeinigt haben. Metro erhält einen Nettomittelzufluss von etwa 300 Millionen Euro. Dieser "schafft neuen finanziellen Spielraum und ermöglicht Dividendenkontinuität, gezielte Akquisitionen sowie eine weitere Reduzierung der Nettoverschuldung", sagte der Metro-Vorstandsvorsitzende Olaf Koch.

Darüber hinaus schloss Metro den Verkauf seines China-Geschäfts ab. Der Vertrag zum Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an eine Tochter des chinesischen Einzelhändlers Wumart sei unterzeichnet worden, teilte Metro zur Hauptversammlung mit.

Der Düsseldorfer Handelskonzern will sich künftig ganz auf sein Großhandelsgeschäft konzentrieren und suchte deshalb schon seit langer Zeit nach einem Käufer für seine schwächelnde Supermarktsparte. Zwar wollen die Käufer einen Kern von 50 Real-Märkten für mindestens 24 Monate weiterbetreiben. Nach Angaben des Gesamtbetriebsrats müssen aber etwa 10.000 der insgesamt etwa 34.000 Real-Beschäftigten mit einer Kündigung rechnen. 

Demonstration vor Metro-Hauptversammlung

Der größte Teil der Filialen soll an andere Händler wie Edeka oder Kaufland verkauft werden. Von den neuen Betreibern werde die Zusicherung erwartet, Real-Mitarbeiter weiterzubeschäftigen, sagte Koch. Filialen ohne Zukunftsperspektiven sollen geschlossen werden.

Hunderte Beschäftigte der vor der Zerschlagung stehenden Supermarktkette demonstrierten vor der Hauptversammlung des Mutterkonzerns Metro für eine Absicherung ihrer Arbeitsplätze und ihrer Löhne. Die Beschäftigten riefen: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut" und forderten auf Transparenten "Wir wollen in sichere Hände".

Metro hatte am Donnerstagmorgen bekannt gegeben, dass Real auch im zurückliegenden Weihnachtsquartal Verluste gemacht hatte. Das Minus belief sich auf 34 Millionen Euro. Zudem musste Metro eine Wertberichtigung wegen Real vornehmen, die sich auf 237 Millionen Euro belief.