An der New Yorker Wall Street ist der Dow-Jones-Index zu Handelsbeginn um 7,2 Prozent zurückgegangen. Der Handel am weltweit wichtigsten Börsenplatz wurde daraufhin unterbrochen. Allerdings nur für 15 Minuten, um ein weiteres Fallen der Aktienkurse zu unterbrechen.

Zuvor war der Index S&P 500 der 500 größten börsennotierten US-Unternehmen um sieben Prozent abgestürzt, der Leitindex Dow Jones hatte nach Handelsbeginn um fast sechs Prozent eingebüßt, der Technologie-Index Nasdaq war sogar über sieben Prozent gefallen.

Hintergrund für den Kurssturz ist die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus, der durch die Sorge vor einer Pleitewelle der US-Ölindustrie flankiert wird. Der Preis für Rohöl brach um 30 Prozent ein. Händlerinnen und Händler sprachen angesichts des Crashs von einem "schwarzen Montag". Insgesamt war es der größte Tagesverlust seit den Anschlägen auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001. Der Portfoliomanager Thomas Böckelmann vom Vermögensverwalter Euroswitch sagte, es handele sich um einen Ur-Fluchtinstinkt, der skurrile Züge annehme. Anlegerinnen und Anleger befürchten schwere Auswirkungen des Virus auf das Wirtschaftswachstum

Auch Ölpreis eingebrochen

Der Preiseinsturz beim Öl hat allerdings weniger mit der Coronavirus-Pandemie zu tun: Am Wochenende hatte Saudi-Arabien die Preise gesenkt, weil Russland die Ölförderung nicht drosseln will. Außerdem kündigten die Saudis eine Ausweitung der Produktion an. Das hatte Auswirkungen auf den Preis für die Rohölsorte Brent aus der Nordsee – dieser ging um bis zu 31,5 Prozent auf 31,02 Dollar je Barrel (159 Liter) zurück. Das ist der größte Tagesverlust seit dem Golfkrieg 1991. Dem Terminkontrakt auf die US-Sorte WTI drohte mit einem Rückgang von bis zu 33,8 Prozent das größte Minus seiner fast 40-jährigen Geschichte.

Viele Ölfirmen sind auf höhere Preise angewiesen, um wirtschaftlich fördern zu können. Entsprechend fielen die Aktien europäischer Ölkonzerne wie BP und Shell um jeweils mehr als ein Fünftel, die Total-Papiere verloren gut 15 Prozent. Der Index für die europäischen Öl- und Gaswerte fiel daraufhin um fast 17 Prozent auf ein 23-Jahres-Tief von 204,69 Punkten. Eine weitere Gefahr drohe von den Schieferölproduzenten in den USA, warnte Neil Wilson, Chefanalyst des Onlinebrokers Markets.com. Sie seien stark verschuldet und hätten relativ hohe Förderkosten.

Auch Unternehmensanleihen standen auf den Verkaufslisten. So schnellten einerseits die Renditen und zugleich auch die Kosten für die Kreditausfallversicherungen in die Höhe. Ein entsprechender Index, in dem Papiere mit schlechter Bonität zusammengefasst sind, ging um ein Drittel nach oben.

Covid-19 - Coronavirus soll keine Gefahr für Wirtschaft werden Die Koalition hat die wirtschaftlichen Folgen der Epidemie diskutiert. Wirtschaftsminister Peter Altmaier erklärte man setze auf Kredithilfen und verbesserte Kurzarbeit. © Foto: Reuters