Minijobber sind aufgrund des fehlenden Anspruchs auf Kurzarbeitergeld besonders von der Coronavirus-Krise betroffen. "Die Corona-Krise verstärkt die Probleme des Niedriglohnsektors – vor allem für Minijobberinnen und Minijobber. Ohne das Sicherheitsnetz des Kurzarbeitergeldes erleiden sie als Erste Einkommenseinbußen oder verlieren ihre Arbeit", sagt der Vorstand der Bertelsmann Stiftung, Jörg Dräger.
Die Stiftung hatte bei der DIW Econ, einer Tochter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), eine entsprechende Studie in Auftrag gegeben. Demnach ging die Beschäftigungsquote bei Minijobbern, die aus dieser Arbeitsstelle ihren Haupterwerb bestreiten, im März um 4,6 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück. Da Minijobber keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zahlen, entfällt ihr Anspruch auf Kurzarbeitergeld.
Der Studie zufolge ist der Niedriglohnsektor in Deutschland seit 1995 um mehr als 60 Prozent gewachsen. Im Jahr 2018 verdiente mit 7,7 Millionen abhängig Beschäftigen mehr als ein Fünftel weniger als 11,40 Euro pro Stunde. Mit einem durchschnittlichen Stundenlohn von 8,40 Euro erhielt ein großer Teil von ihnen sogar weniger als den gesetzlichen Mindestlohn. Die Auswertung schätzt die Zahl jener, die unrechtmäßig weniger bekommen, als ihnen zusteht, auf 2,4 Millionen.
Dabei sind es keineswegs nur die einfachen Arbeiten, die mit Niedriglöhnen vergütet werden: So war 2018 mehr als die Hälfte der Niedriglohnbeschäftigten im Handel, in der Transport- und Lebensmittelindustrie sowie in den Bereichen Bildung, Gesundheits- und Sozialwesen tätig – Berufe, die spätestens seit Corona als systemrelevant eingestuft werden. Seit Mitte der Neunzigerjahre ist die Zahl der Menschen mit mittleren oder höheren Qualifikationen im schlecht bezahlten Sektor um knapp eine Million gestiegen – die Gruppe machte 2018 rund 40 Prozent aus.
Der Weg aus dem Niedriglohnsektor in höhere Gehaltsklassen gelingt nicht jedem: Jeder zweite Beschäftigte im Niedriglohnsektor verharrte der Langzeitstudie zufolge auch vier Jahre später noch dort. Dabei schafften Männer, höher qualifizierte und jüngere Arbeitnehmer häufiger den Aufstieg als andere. Für Frauen und ältere Menschen bedeute das Modell oftmals eine "Sackgasse". Minijobs hätten zwar die Arbeitslosigkeit gesenkt, seien aber keinesfalls ein "Sprungbrett". Niedriglöhne bleiben so oft "Dauerzustand". Dräger fordert daher Reformen und sprach von einem "hohen Preis" des Konzepts Minijob.
Minijobber sind aufgrund des fehlenden Anspruchs auf Kurzarbeitergeld besonders von der Coronavirus-Krise betroffen. "Die Corona-Krise verstärkt die Probleme des Niedriglohnsektors – vor allem für Minijobberinnen und Minijobber. Ohne das Sicherheitsnetz des Kurzarbeitergeldes erleiden sie als Erste Einkommenseinbußen oder verlieren ihre Arbeit", sagt der Vorstand der Bertelsmann Stiftung, Jörg Dräger.
Die Stiftung hatte bei der DIW Econ, einer Tochter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), eine entsprechende Studie in Auftrag gegeben. Demnach ging die Beschäftigungsquote bei Minijobbern, die aus dieser Arbeitsstelle ihren Haupterwerb bestreiten, im März um 4,6 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück. Da Minijobber keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zahlen, entfällt ihr Anspruch auf Kurzarbeitergeld.