Angesichts des Fachkräftemangels in Deutschland fordern Spitzenvertreter der Wirtschaft deutlich leichtere Zuwanderungsregeln. "Wir haben in Deutschland große Schwierigkeiten in Unternehmen zu expandieren, weil uns schlichtweg die Fachkräfte fehlen", sagte DIHK-Präsident Peter Adrian.

Der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Holger Schwannecke, sagte, allein im Handwerk gebe es aktuell rund 250.000 offene Stellen. "Wir brauchen dringend Fachkräfte. Und die müssen wir vor allem über die Ausbildung im Inland und das Heben aller inländischen Potenziale rekrutieren, aber auch über Fachkräftezuwanderung", sagte Schwannecke. "Da passiert zu wenig."

DIHK-Präsident Adrian kritisierte: "Auf dem Weg der Einwanderung von Fachkräften gibt es noch viele Hürden." Nötig sei ein unkompliziertes Handling über die Konsulate, über die Vertretungen im Ausland. "Das scheitert im Moment schlichtweg an den Verwaltungsstrukturen", sagte Adrian. Auch Schwannecke sagte: "Es braucht lange bei den Visa, da sind die Konsulate überlastet." Vieles werde immer noch händisch gemacht. "Und es ist auch nicht förderlich, dass wir keine Willkommenskultur für Arbeits- und Fachkräfte haben."

Die Bundesregierung plant bereits, die Zuwanderung von Fachkräften zu vereinfachen. Ende November hatte das Kabinett ein entsprechendes Eckpunktepapier beschlossen.

Einerseits will die Regierung künftig auch Menschen die Einreise nach Deutschland gestatten, deren im Ausland erworbene Ausbildung hier nicht anerkannt wird, sofern sie praktische Berufserfahrung nachweisen können und einen Arbeitsvertrag mit einem deutschen Unternehmen haben. Jobsuchende mit "gutem Potenzial" sollen zudem auch ohne Arbeitsvertrag zur Arbeitssuche einreisen können. Wer davon profitiert, soll anhand eines Punktesystems entschieden werden, das Qualifikation, Sprachkenntnisse, Berufserfahrung und Deutschlandbezug der Bewerber und Bewerberinnen bewertet. Erfüllt man drei dieser Anforderungen, soll man künftig gute Chancen haben, nach Deutschland zu kommen.