Bundesfinanzminister Christian Lindner hat vor den Folgen einer stagnierenden Wirtschaft in Deutschland gewarnt. Mit Blick auf das für 2024 für die deutsche Wirtschaft prognostizierte Wachstum von nur noch 0,2 Prozent sagte der FDP-Chef: "Ich finde das nachgerade peinlich und in sozialer Hinsicht gefährlich." Deutschland werde damit wieder in der Schlussgruppe der Industriestaaten landen. Bei der andauernden Wachstumsschwäche sei das Aufstiegsversprechen in der Gesellschaft in Gefahr.
Dies hat nach Ansicht Lindners folgenschwere Auswirkungen – vor allem für junge Menschen und Zugewanderte, die sich in Deutschland eine Zukunft aufbauen wollten. "Wenn wir nichts tun, wird unser Land zurückfallen", sagte der FPD-Chef beim Politischen Aschermittwoch in Potsdam. "Dann wird Deutschland ärmer." Deshalb brauche das Land eine Wirtschaftswende. Erforderlich sei hierbei primär ein Bürokratieabbau.
Geringere Konjunkturprognose für 2024
Zuvor war bekannt geworden, dass die Bundesregierung für das laufende und für das kommende Jahr mit einem deutlich geringeren Wirtschaftswachstum rechnet als ursprünglich angenommen. Für 2025 wird laut Entwurf des Jahreswirtschaftsberichts ein Plus von 1,0 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) erwartet. Im Herbst vorigen Jahres war die Regierung für 2025 noch von einem Wachstum von 1,5 Prozent ausgegangen. Die Wachstumsprognose für das laufende Jahr wurde von 1,3 auf 0,2 Prozent gesenkt.
Am kommenden Mittwoch will Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) den Jahreswirtschaftsbericht vorstellen. Der Ausblick auf ein schwaches Wirtschaftswachstum dürfte die Debatte in der Ampelkoalition von SPD, Grünen und FDP über Wachstumsimpulse anregen.