Der Zinssatz, zu dem sich die Kreditwirtschaft bei der Notenbank mit Geld versorgen kann, bleibt unverändert. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) mitteilte, belasse man den Leitzins für die Euro-Zone auf seinem historischen Tief von 1,0 Prozent.

Seit Herbst 2008 hatten die Zentralbanker den Leitzins in mehreren Schritten auf sein derzeitiges Rekordtief gesenkt. Grund war der Beinahe-Zusammenbruch des internationalen Finanzsystems durch die Pleite der US-Bank Lehman Brothers. Zuvor hatte der Leitzins noch bei 4,25 Prozent gelegen.

Mit den niedrigen Zinsen will die EZB die Erholung der Wirtschaft in der Euro-Zone unterstützen. Niedrige Zinsen sollen Kredite für Verbraucher und Unternehmen günstiger machen und das Sparen weniger attraktiv .

Der Großteil der Finanzexperten rechnet damit, dass die Währungshüter den Leitzins frühestens im kommenden Jahr wieder anheben und damit ihre Politik des billigen Geldes endgültig beenden werden. Diese hatte die EZB auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise in Griechenland im Frühjahr abgebrochen und zuletzt wegen der nach wie vor in manchen Ländern der Währungsunion bestehenden Probleme des Bankensektors abermals gestreckt.

Beobachter hoffen deshalb auf entsprechende Aussagen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Spannend dürfte auch sein, die Haltung der Zentralbanker zum gegenwärtigen Abwertungswettlauf vieler Währungen zu erfahren. Notenbanken etwa in Japan, USA und Brasilien hatten ihre Geldpolitik weiter gelockert oder dies angekündigt. Vor allem der jüngste Kursrutsch der Weltleitwährung Dollar bereitet vielen Staaten Sorge.