Der Dax hat sich nach sehr guten Vorgaben der Wall Street deutlich erholt. Der deutsche Leitindex erreichte in den ersten Handelsminuten ein Plus von mehr als 2 Prozent. Zuvor hatte er zehn Handelstage in Folge im Minus geschlossen.

Auch an den Börsen in Tokyo, Hongkong und China stiegen die Kurse wieder. Japans Leitindex Nikkei erreichte bis zum Handelsschluss 1,05 Prozent Plus. Der breit gefasste Topix legte um 0,82 Prozent zu.

In Hongkong schloss der Hang Seng-Index mit einem Plus von 2,34 Prozent. Der chinesische Shanghai Composite Index schloss mit knapp einem Prozent Prozent.

Durch die Erholung der asiatischen Aktienmärkte sind auch die Ölpreise deutlich gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zur September-Lieferung 105,13 US-Dollar. Das waren 2,56 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) stieg um 2,58 Dollar auf 81,89 Dollar.

Der Kursanstieg an den Börsen in Asien ist auf die positiven Reaktionen der Wall Street auf die Ankündigung der US-Notenbank Fed zurückzuführen. Sie hatte am Dienstag mitgeteilt, den Leitzins bis mindestens 2013 zwischen Null und 0,25 Prozent zu lassen. Daraufhin stiegen die Kurse an der New Yorker Börse stark. Der Dow Jones schloss mit einem Plus von fast vier Prozent, der Technologieindex Nasdaq mit einem Plus von 5,29 Prozent. Auch die Börsen in Lateinamerika schlossen mit einem Plus.

Der US-Dollar steht weiterhin unter Druck

Daraufhin stabilisierte sich auch die Lage am Devisenmarkt im asiatischen Handel. Der US-Dollar steht aber weiterhin unter Druck. Wie in den vergangenen Handelstagen gab die US-Währung vor allem gegenüber dem japanischen Yen nach. In Tokyo fiel der Dollar deutlich unter die Marke von 77 Yen und näherte sich damit wieder den historischen Tiefstständen von März.

Der japanische Finanzminister Yoshihiko Nado sagte vor dem japanischen Parlament, der starke Yen sei ein Problem für die wirtschaftliche Erholung des wegen des Erdbebens und Tsunamis angeschlagenen Landes. Japans Regierung hatte erst in der vergangenen Woche am Devisenmarkt eingegriffen, um den Anstieg der heimischen Währung zu stoppen. Die Intervention zeigte jedoch wegen der Abstufung der USA durch die Rating-Agentur Standard & Poor’s keine Wirkung.

Auch gegenüber dem Euro zeigte sich der Dollar nach der Fed-Ankündigung weiter relativ schwach. Im asiatischen Handel stand der Kurs des Euro bei 1,4352 Dollar. Die europäische Gemeinschaftswährung konnte damit ihren Kursgewinn vom Dienstagabend nach der Fed-Ankündigung halten. Am Dienstag hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,4267 (Montag: 1,4225) Dollar festgesetzt.