Das Wirtschaftswachstum in China hat sich erneut verlangsamt. Nach Angaben des Statistikamtes in Peking stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen April und Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur noch um 6,2 Prozent. Im ersten Quartal des Jahres lag das Wachstum noch bei 6,4 Prozent.

Hintergrund ist der Handelsstreit mit den USA: Der Wettlauf um immer höhere Zölle scheint das exportabhängige China stark zu treffen. Die Konjunktur der Volksrepublik ist so schwach wie seit 1992 nicht mehr. Bereits 2018 blieb das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft hinter den Erwartungen der Vorjahre zurück.

Die chinesische Regierung hat verschiedene Maßnahmen ergriffen, um der Entwicklung entgegenzuwirken. So hatte die kommunistische Führung zuletzt Steuersenkungen in Höhe von fast zwei Billionen Yuan (rund 258 Milliarden Euro) verkündet. Auch müssen Banken weniger Geld als Sicherheit bei der Zentralbank hinterlegen.

Experten gehen dennoch davon aus, dass das Wachstum weiter nachlassen wird. "China könnte in der zweiten Jahreshälfte nur noch um 6,0 oder 6,1 Prozent wachsen", sagte Nie Wen, ein Ökonom des Finanzhaus Hwabao Trust in Shanghai. Damit läge die Zuwachsrate für das gesamte Jahr 2019 in der unteren Hälfte der von der Regierung prognostizierten 6,0 bis 6,5 Prozent.