Der Börsenbetreiber Hong Kong Exchanges and Clearing Limited hat ein Kaufangebot für die Londoner Börse, die London Stock Exchange, bekanntgegeben: Für 29,6 Milliarden Pfund – knapp 33 Milliarden Euro – wolle die Hongkonger Börse den Handelsplatz für Aktien in der britischen Hauptstadt übernehmen.

Das Nachrichtenportal Bloomberg zitierte dazu aus einem Statement des Chefs der Hongkonger Börse, Charles Li: "Ein Zusammenschluss von HKEX und LSEG wird den weltweiten Kapitelmarkt über Jahrzehnte neu definieren."

Abgestimmt war dieses Angebot aber nicht: Das teilte die Londoner Börse mit. Es stehe unter vielen Vorbehalten und werde in aller Ruhe geprüft.

Eine Bedingung für die Übernahme durch die Hongkonger Börse ist, dass die Londoner Börse den Datendienstleister Refinitiv nicht wie geplant erwirbt. Derzeit prüfen Kartell- und Finanzaufsichtbehörden den Deal zwischen der Londoner Börse und den bisherigen Refinitiv-Eignern Blackstone und Thomson Reuter. Von der Londoner Börse hieß es nun, die Transaktion werde weiter verfolgt.

Sollten sich die Börsen in Hongkong und London zusammenschließen, entstünde einer der weltweit größten Konzerne am Finanzmarkt. Nach Angaben der Hongkonger Börse würde die Fusion das Geschäft an beiden Standorten stärken. Der Aktienkurs der Londoner Börse stieg nach Bekanntwerden des Angebots um mehr als 15 Prozent.