Das Vermögen der Milliardäre weltweit hat sich als Folge des stärker gewordenen Dollars und der größeren Unsicherheiten an den Aktienmärkten zum ersten Mal seit fünf Jahren verringert. 2018 verfügten alle Milliardäre zusammengenommen über 8,5 Billionen US-Dollar und damit 388 Milliarden US-Dollar weniger als im Jahr davor. Das geht aus einem Milliardärsreport hervor, der von der Schweizer UBS-Bank und der Unternehmensberatung PWC veröffentlicht wurde.

UBS-Experte Josef Stadler sieht in der Entwicklung eine "natürliche Korrektur". In den fünf Jahren davor seien viele Milliardäre dazugekommen. Trotz des Rückgangs 2018 liege das Milliardärsvermögen um 2,2 Billionen US-Dollar oder gut ein Drittel über dem Stand von vor fünf Jahren.

Gegen den Trend habe sich das Vermögen der Milliardäre in den USA um 0,1 Prozent erhöht. Die Zahl der Milliardäre in Nord- und Lateinamerika sei zudem um 4,8 Prozent auf 749 gestiegen. Das Wachstum sei durch US-Technologiegiganten getragen worden.

Wöchentlich ein neuer Milliardär in China

In der Region Asien-Pazifik habe sich die Zahl der Milliardäre hingegen deutlich um 7,4 Prozent auf 754 verringert. Dahinter verberge sich eine gewaltige Umwälzung – 169 Menschen seien aus der Milliardärsliste gefallen, 110 in die Gruppe aufgestiegen. China habe 56 neue Milliardäre hervorgebracht, mehr als einen pro Woche.

Dem Milliardärsreport zufolge stieg die Zahl der Frauen in der Liste in den vergangenen fünf Jahren um 46 Prozent. Der Zuwachs war demnach etwas stärker als bei den Männern, wo sich die Zahl um 39 Prozent erhöhte. Derzeit gebe es weltweit 233 Milliardärinnen, gegenüber 160 im Jahr 2013. Vier von zehn Selfmademilliardärinnen des Jahres 2018 bauten Unternehmen im Konsumgüter- und Einzelhandelssektor auf.

In Deutschland sank die Zahl der Milliardäre 2018 um neun – somit gibt es derzeit 114. Das Gesamtvermögen der hiesigen Milliardäre schrumpfte binnen Jahresfrist um 78 Milliarden Dollar auf 500,9 Milliarden Dollar.