Davos, Gipfel der Depression: In diesem Jahr ist das größte Managertreffen der Welt von Selbstbespiegelung, Selbstbezichtigung und Selbstzweifel geprägt. Im World Economic Forum überwiegen Sitzungen, die nach mehr Transparenz und Bescheidenheit der Topmanager verlangen. Die die Botschaft verbreiten, dass die Welt dieses Jahr bestimmt nicht mehr aus dem Konjunkturtal herauskommt. Die sich mit dem drohenden Irakkrieg befassen und seinen möglichen negativen Auswirkungen.Klar, dass diese (teils erst durch das Programm erzeugte) Stimmung den Teilnehmern nach einigen Tagen auf den Geist geht. Gemurre wird laut in Davos. Wo ist das Bekenntnis zum Unternehmertum, wo die Feststellung, dass trotz aller Skandale von Konzernen die große Mehrzahl der Chefs integer und innovativ ist? Diese Frage ist über die vergangenen Tage immer lauter geworden - und mit ihr die Kritik an den Organisatoren des Forums. Er habe in letzter Zeit nur traurige Manager getroffen: So wurde Forumsgründer Klaus Schab schon vor dem Gipfel im Schnee zitiert. Wir sind aber frohgemut, aggressiv, positiv, sagen dagegen viele der Chefs.Daraus könnte hier noch eine Art Trotzreaktion entstehen nach dem Motto: So schlecht sind wir nicht, und so schlecht sind unsere Geschäftsaussichten nicht. Das wäre dann in der Tat ein Optimismusschub für die Weltwirtschaft, der auf skurrilste Art entsteht.