Am Angebot mangelt es nun wirklich nicht: Depfa, BHF, Valovis, Royal Bank of Scotland, ABN Amro und viele mehr – wohl noch nie zuvor standen in Deutschland und Europa derart viele Banken zum Verkauf wie heute.

Das Problem jedoch ist die mangelnde Nachfrage. Selten war das Interesse derart gering, eine Bank zu übernehmen. Das liegt an den Folgen der strengen Regulierung. Und daran, dass, wer kaufen könnte, meist mit sich selbst beschäftigt oder zu schwach ist für Übernahmen.

"Ich würde meinen Hut fressen, wenn die von einer anderen Bank gekauft würde", sagt ein Investmentbanker, der nicht genannt werden will, mit Blick auf die Depfa, die Irland-Tochter der verstaatlichten Hypo Real Estate. Für das Institut dürften sich allenfalls Finanzinvestoren interessieren. Gegen die aber hegen die Aufseher Bedenken, etwa wegen der unsicheren Refinanzierungsmöglichkeiten der sogenannten Heuschrecken und deren hohen Renditezielen. "Es ist gut möglich, dass die Depfa so endet wie die Kommunalkredit", sagte ein anderer Banker der Nachrichtenagentur Reuters. Die österreichische Bank muss abgewickelt werden, seit sich jüngst die Hoffnung auf den letzten verbliebenen Bieter, den Finanzinvestor Apollo, zerschlagen hat.

Sanieren und verkaufen

Gerade zu Beginn der Finanzkrise aber hatten die Nationalstaaten reihenweise Banken teilweise oder ganz notverstaatlichen müssen: in Deutschland die Hypo Real Estate und die Commerzbank; in Großbritannien die Royal Bank of Scotland, in den Niederlanden ABN Amro. Zu diesen Altlasten kommen immer wieder neue Fälle hinzu: So musste Anfang dieses Jahres in den Niederlanden der Finanzkonzern SNS Reaal für vier Milliarden Euro verstaatlicht werden; in Italien wird wohl auch der Steuerzahler einspringen müssen, um den Dauerpatienten Monte die Paschi di Siena zu stützen.

Zumindest solange es noch keine klaren Regeln für Bankenabwicklungen gibt, heißt das Ziel der Regierungen daher: sanieren und verkaufen. Darauf dringt auch die EU-Kommission in Brüssel. Wer sich jedoch als Ladenhüter entpuppt, wird zwangsabgewickelt – so wie die WestLB. Ihr könnten weitere Banken folgen, schließlich haben die Auflagen aus Brüssel das Angebot an Banken noch vergrößert. So muss der Bund nach der Depfa bis 2015 auch noch deren Schwesterinstitut Deutsche Pfandbriefbank verkaufen – komme was wolle und zu jedem Preis.

Neben den Banken, die aus Staatsbesitz auf den Markt kommen, gibt es noch eine weitere Klasse von Geldhäusern, die den Besitzer wechseln sollen: die aus Privatbesitz. Deren Verkauf ist allerdings ebenfalls kein Selbstgänger. So fahndet der US-Finanzinvestor Lone Star seit Langem vergeblich nach einem Erwerber für seine Töchter Düsseldorfer Hypothekenbank und IKB, mit der 2007 die Subprime-Krise in Deutschland aufgeschlagen war. Lone Star hatte die beiden angeschlagenen Banken einst gekauft, um sie fit zu machen und weiterzureichen. Bislang freilich ist die Rechnung der Heuschrecke aus Texas nicht aufgegangen.